Ich habe viele Sorgen. Eine davon ist Wien. Um es konkret zu machen, es sind die Stationsbezeichnungen der Wiener U-Bahn. Da gibt es zum Beispiel die Station Taborstraße, nur ist die Taborstraße 2,5 km lang, man weiß also überhaupst nicht, wo genau man da aussteigt, weshalb ›Augartenspitz‹ weitaus besser passt, weil dessen Punktförmigkeit exakter ist.
Zwei Drittel der Stationen sind nach irgendwelchen länglichen Gebilden wie Straßen oder Gewässern benannt, oder noch schlimmer, sie heißen ›Floridsdorf‹ – warum nicht gleich ›Wien‹ oder ›Mitteleuropa‹? Die Station ›Messe Prater‹ führt Fremde gar häufig zu Halle A, wo sie doch zu Halle D (Station ›Krieau‹) wollen.
Dass dieser Zustand kein zentrales Wahlkampfthema ist, ist völlig unerklärlich.
Ich zumindest kann nicht mehr schweigen. Etwa ein Drittel der Stationsnamen kann bleiben, wenn auch teilweise mit Bauchweh, weil die dazugehörigen Gebäude (Stubentor, Schottentor, Altes Landgut) schon vor U-Bahn-Eröffnung abgerissen worden sind.
Aber der Rest soll mehr nach punktförmigen Geografika benamst werden, z. B. Meiselmarkt, Mexikokirche, TGM, Ringturm. Wer mir das verspricht, den wähl ich ungschaut!
Als besonders gefinkelt darf ich den Stationsnamen ›U4‹ statt ›Meidling Hauptstraße‹ empfehlen. Dorten ist nämlich die Diskothek, die man aus dem Lied ›Fürstenfeld‹ kennt. •