Klimawandel

Warum Sie noch immer nicht genug Texte über Umweltschutz gelesen haben.

Text:
Benedikt Narodoslawsky
·
Illustration:
Christoph Abbrederis
DATUM Ausgabe Juli/August 2019

Wie kriege ich Sie da jetzt rein? Wie behalte ich Sie als Leser? Bei einem Thema, das Sie schon seit so vielen Jahren kennen. Eines, das Sie nie wirklich berührt hat, das Sie nie vor dem Bildschirm fesselte wie der Terroranschlag auf die Twin Towers oder der Sturz der türkisblauen Regierung. Ein Thema, das Sie umgibt wie Nebel, den Sie zwar immer spüren, aber nie greifen können. Giftiger Nebel.

Ich kenne Sie. Wenn nicht bald etwas Spannendes geschieht, steigen Sie laut Leseranalysen nach den nächsten Sätzen aus, deshalb ignorieren Sie bitte das elend fade Wort, um das es hier geht (Klimawandel), und folgen Sie mir für ein bisschen Drama gedanklich nach Asien.

Dort fließt ein Strom von China nach Indien, der in China Yarlung Tsangpo und in Indien Brahmaputra heißt. Er verbindet zwei Staaten, die einander feindselig gegenüberstehen und in denen rund 2,7 Milliarden Menschen leben. Die Welt wird heißer, in vielen Ländern wird das Wasser knapp. Der Brahmaputra bringt derzeit noch Indiens fruchtbaren Osten zum Blühen. Das könnte sich ändern. Die Chinesen haben schon einen Damm gebaut, die Inder fürchten nun, dass die Chinesen das Wasser in ihren trockenen Norden ableiten. Das wäre ein politisches Pulverfass. Explodiert es, könnte es die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt in einen Krieg treiben.

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Wörter: 2227

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Lesezeit: ~ 12 Minuten

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