Und jetzt, Österreich?
Die ersten zehn Wochen von Donald Trumps zweiter Amtszeit haben gezeigt: Europa kann sich nicht mehr auf die Unterstützung der USA verlassen. Ist Österreichs erst sieben Monate alte Sicherheitsstrategie damit schon wieder obsolet? Und: wenn ja – was muss jetzt passieren?
Als russische Panzer im Februar 2022 Richtung Kiew rollten und den Krieg zurück nach Europa beziehungsweise über die Wahrnehmungsschwelle der Europäer brachten, hielt Österreich Russland noch für einen ›strategischen Partner‹. So stand es jedenfalls in seiner aus dem Jahre 2013 stammenden offiziellen Sicherheitsdoktrin. Es dauerte ganze zwei Jahre und sieben Monate, bis sich die türkis-grüne Regierung von Karl Nehammer im August 2024 zu einem Nachfolge-Papier durchringen konnte, das dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine Rechnung trug.
Sieben weitere Monate später steht die Welt schon wieder Kopf: Parallel zur Zerschlagung der Verwaltung und der Verfolgung seiner Gegner innerhalb der USA nimmt Donald Trump auf internationaler Ebene ausgerechnet Amerikas einst engste Verbündete ins Visier. Sein Vizepräsident sagt auf der Münchner Sicherheitskonferenz, nicht China oder Russland seien die größte Gefahr für Europa, sondern die ›Bedrohung von innen‹, nämlich seine angebliche ›Abkehr von den fundamentalen Werten, die es mit Amerika teilt‹.

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