Wer hat Angst vorm weißen Mann?

Warum linke Identitätspolitik nur der Rechten nutzt.

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Illustration:
Harald Tremmel
DATUM Ausgabe März 2019

Sie sind überall: Sie kriegen die besten Jobs, sie kontrollieren die Kapitalströme, sie vergewaltigen dich oder deine Frau und teilen die Welt unter sich auf. Sie erkennen einander, wenn sie sich sehen, und helfen sich, wo sie nur können. Wer nicht gegen sie ist, der ist stillschweigend für sie.

Von wem ist hier die Rede? Wenn Sie, werter Leser, geneigte Leserin, zufällig dem Nationalsozialismus nahe stehen, dann denken Sie bei obiger Beschreibung wahrscheinlich an die berüchtigte ›jüdische Weltverschwörung‹. Sind Sie dagegen ein moderner Anhänger rechtspopulistischer Bewegungen, dann haben Sie spätestens bei der Passage mit den Vergewaltigungen an die ›Flüchtlingswelle‹ gedacht. Sollten Sie aber gar dem linksliberalen Milieu zuzuordnen sein, dann ist sehr wahrscheinlich ein anderes Monster vor Ihrem geistigen Auge aufgetaucht: der alte, weiße, heterosexuelle Mann.

Denn er ist heutzutage das personifizierte Schlechte, auf das sich alle, die der linken Reichshälfte zuzuordnen sind, einigen können. Deshalb ist es im Zweifelsfall gar nicht mehr nötig, diesem perfekten Repräsentanten des Patriarchats konkrete Vorwürfe zu machen. Die Erwähnung, dass an einem gesellschaftlichen Ort vorwiegend alte, weiße, heterosexuelle Männer anzutreffen seien, ist Anklage und Urteil in einem.

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Wörter: 2058

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