Am Anfang war das Grapschen

Der erste Roman aus Sicht einer Frau war ein Skandal. Erst veränderte er die Literatur, dann die Welt

DATUM Ausgabe März 2017

Dreist kommerziell wie ein Hollywood-Blockbuster, weniger ein Roman als ein kulturelles Event, ein Multi-Media-Ereignis‹. So wird das Buch von dem Literaturwissenschaftler Terry Eagleton beschrieben. Innerhalb eines Jahres gibt es sechs Auflagen, eine davon auf Französisch, und es ist bereits die Fortsetzung publiziert. In London und Dublin kommen Raubdrucke heraus, eine unautorisierte Veröffentlichung als Zeitschriftenserie ist im Gange, und kurz darauf wird das Werk in Amerika gedruckt. Im Folgenden werden Parodien, Fortsetzungen, Bearbeitungen fürs Theater, Imitationen und dergleichen veröffentlicht. Das Merchandising kommt in Fahrt. In Londoner Lustgärten, einer frühen Form von Vergnügungsparks, werden Wachsfiguren der Protagonistin ausgestellt sowie Dekorationen, wie sie im Roman beschrieben werden. Damen tragen sichtbar Exemplare des Buchs mit sich herum, um als hip zu gelten.

Die Rede ist von ›Pamela; Or Virtue Rewarded‹ von 1740, verfasst von Samuel Richardson. Dieser gilt zusammen mit Daniel Defoe und Henry Fielding als Begründer des modernen Romans. Feministischen Literaturhistorikerinnen ist es bis dato nicht gelungen zu vermitteln, dass im 18. Jahrhundert aber etwa die Hälfte der Romane in England von Frauen verfasst wurde und die literarische Öffentlichkeit diese sehr wohl zur Kenntnis nahm. Wie in zahlreichen dieser Werke ist die Hauptfigur in ›Pamela‹ eine Frau, ein 15-jähriges Dienstmädchen, das sich gegen die rüden Nachstellungen eines Unholds von Herrn erfolgreich zur Wehr setzt.

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