Bei den Topfpflanzenfirmen

Die Niederlande helfen jedem, Steuern zu vermeiden. Voraussetzung: ein leeres Büro und ein Gummibaum.

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Illustration:
Nadia Diz Grana
DATUM Ausgabe März 2018

Steuervermeidung klingt kompliziert. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. DATUM hat sich auf die Suche nach Erklärungen gemacht, was die Niederlande zu einem der wichtigsten Steuerparadiese der Welt macht, und besuchte Amsterdams Briefkastenfirmen. Dort wahren Büropflanzen den Schein, denn wo eine Pflanze ist, ist jemand, der sie gießt. Oder?

Dienstag drei Uhr nachmittags im 15. Stock des World Trade Centers in Amsterdam Süd. Zwei Büros teilen sich das Stockwerk, eines davon ist hell beleuchtet, durch die mattierte Glasscheibe sind die Umrisse einiger Mitarbeiter zu erkennen. Das andere ist dunkel, es wirkt verlassen. Auf der Eingangstür ist der Name DTEK zu lesen, jener des größten Energiekonzerns der Ukraine. Inhaber von DTEK ist Rinat Akhmetov, der reichste Mann des Landes. Er ist einer von tausenden ausländischen Unternehmern, die von den günstigen Steuerbedingungen der Niederlande profitieren. Das Büro ist spärlich eingerichtet, ein Schreibtisch beim Empfang, eine Sitzgarnitur weiter hinten. Daneben steht eine Büropflanze. Sie ist saftig grün, scheint regelmäßig gegossen zu werden und ist das einzige Anzeichen, dass das Büro doch benutzt sein könnte. Sie soll den Verdacht zerstreuen, es handle sich hier um eine Scheinfirma.

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