Die neuen Ziegen kommen

Die vom Hunger befeuerte Jagd nach Wildtieren bedroht die Artenvielfalt. Schneller wachsende Nutztiere sollen Landwirten einen Ausweg bieten.

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Übersetzung & Adaption:
Clara Porák & Katharina Brunner
DATUM Ausgabe Juni 2022

Es hat nicht geregnet, sagt Levia Mugande. Das ganze Jahr nicht. ›Die Ernte hat die Hitze nicht überstanden, und wir wissen, dass das Essen knapp werden wird.‹

Mugande kommt aus dem Dorf Chivwetu in Zimbabwe, im Südosten Afrikas, eingebettet zwischen den zwei Flüssen Zambezi und Limpopo. Wie ihr geht es vielen im Land: Zimbabwe ist seit einigen Jahren massiv von Dürre betroffen: Die Lebensgrundlagen von 45 Prozent der Bevölkerung am Land sind aufgrund der häufigen Dürren bedroht. 2019 trockneten sogar die größten Wasserfälle des Kontinents, die Victoria Fälle fast aus. Laut OCHA, einer humanitären Organisation der UNO, sind 2,4 Millionen Menschen im Land akut von Hunger bedroht – Tendenz steigend.

Weil sich immer mehr Dürre-Tage aneinanderreihen, wird es vor allem im Westen des Landes immer schwieriger, Essen anzubauen. Mehr und mehr Menschen kehren deshalb zu einer alten Tradition zurück: Sie gehen jagen. Die Bauern und Bäuerinnen der Tonga-Gemeinde erlegen Impala, eine häufige Antilopenart, Perlhühner und andere Wildtiere, um sie zu essen und zu verkaufen. Sie wissen, dass das illegal ist. Der Bestand der oft geschützten Tiere wird so verringert, und sie laufen Gefahr, wegen Wilderei verhaftet zu werden. Aber, sagen Menschen wie Mugande, sie haben keine Wahl: jagen oder hungern. 

Mugande lebt ein einfaches Leben. Sie hat drei Kinder, ihr Mann arbeitet Teilzeit als Handwerker in der nächsten Stadt. Viel Geld bleibt nicht für sie und ihre Familie – sie sind auf die Landwirtschaft angewiesen. 

Jetzt versucht das Sustainable Wild Life Management (SWM) eine Lösung zu bieten. Das Projekt wird von der EU finanziert und versucht in fünfzehn Ländern Ernährungssicherheit und den Schutz von Wildtieren zu verbinden. ›Den Menschen Nahrung und den Wildtieren ihren Lebensraum zu bieten, das ist kompliziert‹, sagt Maxwell Phiri. ›Gerade sind die Ernten und das Vieh bedroht, von denen die Menschen abhängig sind.‹ Er ist technischer Assistent des SWM-Projekts in Zimbabwe.

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Wörter: 1511

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