Freunde unter sich 

Der Publizist Paul Lendvai über Vikor Orbáns Aufstieg und seine Nähe zu Wladimir Putin und Donald Trump.

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Illustration:
Lou Kiss
DATUM Ausgabe März 2026

Warum wird Viktor Orbán, der Regierungschef Ungarns, eines kleinen ostmitteleuropäischen Binnenstaates, in internationalen Medien Seite an Seite mit den autokratischen Herrschern von Weltmächten abgebildet? Wohl deshalb, weil es Viktor Orbán gelungen ist, in der Europäischen Union eine funktionierende Autokratie aufzubauen und zum Alleinherrscher eines demokratischen Landes aufzusteigen. 

Für die Methoden, mit denen Orbán das demokratische System aushöhlte und die öffentliche Meinung manipulierte, erfand man sogar neue Begriffe, wie ›Orbánismus‹, ›Orbánistan‹ oder ›orbán’sches Vorbild‹, um diese Form des ›autokratischen Legalismus‹ zu beschreiben.

Wer hätte das gedacht, als Viktor Orbán vor mehr als 30 Jahren erstmals die politische Bühne betrat? Als der 26-jährige, bärtige und politisch völlig unbekannte Orbán am 16. Juni 1989 bei der feierlichen Umbettung der 1958 hingerichteten Führer des Volksaufstandes auftrat und im Namen einer kleinen, erst ein Jahr zuvor gegründeten Studentengruppe sprach: Fidesz, dem ›Bund der jungen Demokraten‹. In einer sechseinhalb Minuten langen Rede forderte er freie Wahlen und den sofortigen Abzug der sowjetischen Truppen aus Ungarn. Erst dieser Auftritt machte die neue Bewegung einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Bei den ersten freien Wahlen im April 1990 zog Fidesz unter Orbáns Führung mit immerhin 22 von 386 Mandaten ins Parlament ein.  

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