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›Ich habe mir schon mal in den Fuß geflext‹

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Fotografie:
Ursula Röck
DATUM Ausgabe Februar 2026

Name: Pascal Vivod, 35
Beruf: Kfz-Mechatroniker
 

Waren Sie als Kind schon einer von denen, die alles mit Autos vollplakatiert hatten?

Absolut. Mein Vater ist auch Mechaniker und hat selbst viel an Motorrädern geschraubt. Da bin ich reingewachsen. Für mich gab’s immer nur Autos und Motorräder.

Was fasziniert Sie so daran, dass Sie den ganzen Tag an Autos arbeiten wollen?

Die Technik. Wir machen auch viele Umbauten, also Tieferlegungen, Restaurierungen, alles Mögliche. Das ist genau meins. Angefangen hat das unter anderem mit dem Film ›Fast & Furious‹. Danach war’s um mich geschehen.

Wie sind Sie Kfz-Techniker geworden?

Ich habe vier Jahre lang eine Doppellehre als Elektriker und Techniker gemacht.

Was muss man für den Job können?

Man muss gut mit den Händen umgehen können. Also den Schraubenzieher richtig halten und so weiter. Und man braucht wirklich Interesse. Wenn dich das nicht interessiert, gehst du in dem Job unter, weil heutige Autos einfach so komplex sind.

Läuft heute schon alles im Auto über Software?

Nein, wir schrauben immer noch viel, machen Probefahrten, heben das Auto auf, prüfen Gelenke, Stoßdämpfer, alles. Aber bei neueren Autos gibt es viele Kabel, Steuergeräte und Sensoren. Ein moderner BMW X5 hat bis zu 70 Steuergeräte. Da wird’s richtig kompliziert.

Haben Sie schon mal einen Unfall bei einer Probefahrt gebaut?

Ich selbst nicht, zum Glück. Aber als ich Lehrling war, ist ein Kollege aufgefahren. Die Firmenversicherung hat’s damals geregelt.

Was ist die unangenehmste Arbeit?

Schweißen. Da wird viel geflext, man ist dreckig, es dauert lang. Ich habe mir dabei auch schon mal in den Fuß geflext und musste ins Krankenhaus.

Wie viele Ihrer Kunden fahren schon E-Autos?

Sehr wenige. 95 Prozent unserer Kundschaft hat noch Verbrenner. Ich habe zwar die Ausbildung für E-Autos, aber wir machen da wenig, auch weil man für den Akku-Umgang einen brandschutzgesicherten Raum braucht, den wir nicht haben.

Was kostet Autofahrer am meisten Geld, obwohl sie es leicht vermeiden könnten?

Wer sein Auto regelmäßig wartet, wird sich Geld ersparen. Das Pickerl ist keine Abzocke. Die meisten Unfälle, die jetzt nicht wegen menschlichen Versagen passieren, sind meiner Erfahrung nach auf kaputte, alte Reifen zurückzuführen.

Wie erkennt man eine ehrliche Werkstatt?

Fragen stellen. Sich die Teile zeigen lassen. Wir holen Kunden in die Werkstatt und zeigen, was kaputt ist. Wer das verweigert, ist oft nicht ganz sauber. Und: Nicht immer das billigste Angebot nehmen. 

Was war das Peinlichste, das Sie je im Auto eines Kunden gefunden haben?

Ein Vibrator im Handschuhfach. Ich hab gelacht, aber sonst den Mund gehalten.

Was verdienen Sie als Kfz-Techniker?

Wenn man frisch aus der Lehre kommt, so 1.600 bis 1.700 Euro netto. Mit Prüfungen kann man aber auf 2.500 kommen.

Gibt’s genug Nachwuchs?

Leider nein. Viele brechen die Lehre ab oder wechseln gleich nach der Ausbildung den Beruf. Deswegen bilden wir keine Lehrlinge mehr aus.

Wie lang kann man den Job körperlich machen?

Wenn man sich an seinen Körper anpasst, bis zur Pension. Mit der Zeit bekommt man in der Werkstatt die Arbeiten, die einem eher liegen.

Welches Auto fahren Sie selbst? 

Einen Dodge Ram wegen der 3,5 Tonnen Anhängelast und einen Toyota Supra. Ich wollte halt ein schönes Auto. •

Zahlen und Daten

Ende 2024 waren in Österreich 5,23 Millionen Pkw zugelassen, um 46.887 Fahrzeuge mehr als im Jahr davor. Erstmals überschritt der Bestand an alternativ angetriebenen Pkw die Marke einer halben Million. Darunter waren über 200.000 reine Elektroautos und rund 330.000 Hybridfahrzeuge. Trotzdem machen Benzin- und Dieselautos mit rund 90 % noch den Großteil des Bestands aus.

Quelle: Statistik Austria 2025

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