Im Brennpunkt der Katastrophe

Unter den Hamas-Geiseln sind viele Israelis, die sich für Gaza und seine Bewohner eingesetzt haben. Eine von ihnen ist Yocheved Lifschitz. Für ihre Angehörigen und Mitstreiter ist am 7. Oktober eine Welt eingestürzt. Trotzdem kämpfen sie darum, sich treu zu bleiben.

DATUM Ausgabe Dezember 2023/Jänner 2024

Überraschend gut gehe es ihrer Mutter, erzählt Sharone Lifschitz, als sie Zeit für ein Gespräch über ihre Eltern findet. Es sind hektische Tage voller Angst und Freude für sie. Zum einen ist ihre Mutter, die 85-jährige Yocheved ­Lifschitz, als eine der ersten Geiseln der Hamas-Terroristen am 23.Oktober frei gekommen, allerdings ohne ihren Mann und den Vater Sharones, den 83-jährigen Oded. Wochenlang bleibt er verschollen, einzig eine DNA-Probe beweist vorerst, dass er nach Gaza gebracht wurde. 

Die Familie ist ins Epizentrum des horrenden Terrorangriffs der Hamas geraten. Sie stammen aus Nir Oz, das nur drei Kilometer vom Grenzzaun zu Gaza entfernt liegt. Als ein Musikfestival, über zwanzig Städte und genossenschaftlich organisierte Dörfer, sogenannte Kibbuzim, von den Terroristen attackiert wurden, war Nir Oz, wo gerade 350 Menschen lebten, Schauplatz besonders massiver Gewalt. 38 Menschen starben alleine hier, 78 wurden verschleppt. Darunter waren der neun Monate alte Kfir, der vierjährige Ariel und die 85-jährige Yaffr Adar, die in einem weißen Golf-Cart gekidnappt wurde. 

Insgesamt wurden an diesem schwarzen Tag des Terrors, am 7. Oktober 2023, im Süden Israels 1.200 Menschen ermordet. Kinder wurden in ihren Betten erschossen, Familien verbrannten. Die Terroristen quälten viele Opfer zu Tode. Über zweihundert Menschen wurden gefangen genommen und verschleppt, wie die Lifschitz’. ›Tötet so viele ihr könnt‹, diese Notiz wurde samt dem Grundriss des Kibbuz bei einem erschossenen Angreifer gefunden. – Dass ausgerechnet Nir Oz so schwer getroffen wurde, das als Hochburg von Menschen gilt, die sich trotz aller Rückschläge durch Extremisten seit einer kleinen Ewigkeit für Frieden einsetzen, schockiert zutiefst. 

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