In Teufels Küche

Das Geschäft mit gefälschten Impfpässen boomt – doch immer mehr Betrüger fliegen auf. Wie kommen sie illegal an Nachweise und wodurch könnte der Staat den Handel erschweren?

DATUM Ausgabe Februar 2022

Alex Bauer hat wohl niemals existiert. Jedenfalls ist er kein Facharzt für Allgemeine Medizin und im 5. Wiener Gemeindebezirk liegt seine Praxis ebenso wenig. Hier in der Schönbrunnerstraße 108 residiert ein Urologe, geimpft hat er noch niemanden. Es wäre ohnehin die falsche Türnummer. Dr. med. Alex Bauer sollte eigentlich im Top 3 praktizieren. Hier wohnt aber niemand, das Gebäude ist überwiegend ein Bürokomplex. Dr. Bauer ist die Erfindung eines Impfpass-Fälschers.

Mit einmal googeln und anschließendem Lokalaugenschein lässt sich das recherchieren. Bei Impfpasskontrollen durch Polizeibeamte hingegen würde der Nachweis, ausgestellt vom vermeintlichen Dr. Bauer, wohl durchgehen. Schwarze Stempel auf gelbem Papier bestätigen hier einen doppelten Impfschutz. Die beiden Aufkleber von Biontech Pfizer sehen nicht anders aus als die auf echten Impfpässen. Trotzdem sind Stempel und Aufkleber Imitate.

Gelbe Impfpässe wie dieser sind so einfach und billig zu imitieren, dass sie Verkäufer auf Telegram auch als Preis bei Gewinnspielen anbieten. Immer mehr Menschen suchen auf der Chat-Plattform nach gefälschten Nachweisen und umgehen so die Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 – meist problemlos. Ein durchschnittlich gut gefälschter Nachweis fällt kaum auf. 1.100 falsche Covid-Dokumente wurden bisher beschlagnahmt, die Dunkelziffer ist deutlich höher. Große Erfolge gegen Fälscher kann die Polizei noch nicht vorweisen, denn für das Bundeskriminalamt sei das Phänomen neu, sagt Markus Angerer, Leiter der dort gegründeten Ermittlergruppe Argus, namentlich angelehnt an das Urkundeninformationssystem des Innenministeriums.

 

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