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Kaunertaler Kurzbrot

… und andere erdachte Köstlichkeiten

DATUM Ausgabe Dezember 2025/Jänner 2026

Es fehlt dem weihnachtlichen Menschen nicht an jahreszeitlichem Gebäck, wenn es auch zumeist überregional und nicht ortsspezifisch benannt, mithin nicht kartierbar ist.

Ihr Kolumnist fühlt sich vom Weltgeist ­ermächtigt, diesem Übelstand wirksam zu begegnen und etwas erfundene (Back-)Tradition sensu Hobsbawm herbeizuhalluzinieren, ­dargestellt wie folgt und v. l. n. r. zu lesen:

Ganz im Westen genießt man gerne die Bütza-Huakua, also die Bizauer Heimkuh, ­traditionell gefertigt mit etwas Milch einer Kuh, die schon im Sommer nicht auf der Alm stand. Ein Relikt schottischer Bergsteiger des 19. Jahrhunderts ist das Kaunertaler Kurzbrot (Cowned Shortbread). Beliebt auch in Osttirol sind die Gailtaler Wolken, ein Windgebäck.

Sehr entfernt an den Salzburger Hausberg erinnert die Müllner Mönchskuppe, die von einem Marzipankrönchen bedeckt ist, aber von markenrechtlichen Verwerfungen bisher verschont blieb. Die Linzer Augen und das Ischler Törtchen gehören zu den weniger bekannten jahreszeitlich markierten Früchten der Erde und der menschlichen Arbeit.

Stark in der Form, wenig im Geschmack ­unterscheiden sich Pliberker Bärentatzen oder Köflacher Braunlinge. Das Hippolyt-­Vanillekipferl gilt der Bevölkerung der Landeshauptstadt als Original. Schließlich wird der Gaudete-Sonntag im Burgenland gerne mit Sieggrabener Nussstangerln eingeleitet. •

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