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Verspieltes Museum

DATUM Ausgabe Februar 2026

Ich gehe eigentlich sehr gerne ins Museum, aber fast immer in fremden Städten. Das ist insofern logisch, als man auf Reisen meist nur wenig Zeit hat und sie dringend damit füllen muss, alles anzuschauen, was nur irgendwie möglich ist (oder zumindest glaubt man, das tun zu müssen). Daheim dagegen könnte man ja jeden Tag ins Museum gehen – weswegen man im Endeffekt nie geht.

Wenn aber gerade Ferien sind und man Kinder hat, kommt ein neues Element in diese Gleichung: Insbesondere im Winter sind Museen ein heißer Tipp, um die lieben Kleinen auf eine Weise zu beschäftigen, die deutlich weniger Schuldgefühl besetzt ist als Fernsehmarathons; und bei der man als erwachsene Begleitperson nicht vor Fadesse zu einem Häufchen Asche zerbröseln möchte (wie etwa auf Indoor-Spielplätzen). In diesem Sinne kann ich Ihnen das Wiener Retro-Gaming-Museum nur wärmstens empfehlen! 

Etwas versteckt liegt es, einem coolen Club gleich, unterirdisch schräg hinter dem weitaus bekannteren Haus des Meeres. Einmal in den Keller hinabgestiegen eröffnet sich dem Besucher
die Welt der Spielkonsolen, wie sie einem aus einer Kindheit der 80er- oder 90er-Jahre liebevoll vertraut ist. 

Was sich ›Museum‹ nennt, ist in Wahrheit eine Einladung zum Durchprobieren unzähliger Spiele auf den zugehörigen Originalgeräten, von Klassikern wie ›Streetfighter‹ oder ›Mario Kart‹ bis zu weniger bekannten Indie-Games ist vieles dabei.

Und wenn jemand fragt, was man mit den Kindern in den Ferien so gemacht hat: eine kulturhistorische Bildungsinstitution besucht, natürlich.  

Retro-Gaming-Museum

Fritz-Grünbaum-Platz 1, 1060 Wien 

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