Alles wieder gut?

Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl unterstützte im SPÖ-Führungskampf Andreas Babler, PR-Berater Rudolf Fußi stand im Lager Hans Peter Doskozils. Im DATUM-Gespräch versuchen die beiden Vertrauten, das Trennende hinter sich zu lassen.

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Fotografie:
Ursula Röck
DATUM Ausgabe Juli/August 2023

Haben Sie sich seit dem denkwürdigen SPÖ-Parteitag in Linz und dem Drama um die Wahl des Vorsitzenden schon persönlich getroffen?

Natascha Strobl: Nein, aber wir haben uns sehr intensiv schriftlich ausgetauscht.

Und, alles wieder gut?

Rudolf Fussi: Zwischen uns beiden war es nie schlecht. Natürlich haben wir heftig diskutiert, auch öffentlich – aber auf einem freundschaftlichen Niveau, denke ich. Mit Andreas Babler bin ich seit 20 Jahren befreundet, und ich renne gerne für ihn in jedem Wahlkampf. Aber aus einer strategischen Überzeugung heraus habe ich mich dazu entschlossen, Hans Peter Doskozil zu unterstützen, weil ich der Meinung bin, dass es für die SPÖ angesichts der politischen Verfasstheit des Landes am besten ist, eine breitestmögliche Aufstellung zu finden, die auch in den moderaten, pragmatischen oder ländlichen Bereich hineinwirkt. 

Strobl: Es war schon ein sehr hart geführter Diskurs, besonders hinter den Kulissen. Man hat gemerkt, da geht es um Macht, Positionen und Einfluss – und das holt nicht immer das Beste aus den Leuten heraus.

Wie und wie schnell kann das heilen?

Strobl: Die Auseinandersetzung hat etwas aufgezeigt, das immer da war. Und vielleicht war es notwendig, das an die Öffentlichkeit zu bringen. Durch diesen Kurs der vergangenen Jahre…

Fussi: … ein Nicht-Kurs…

Strobl: … jedenfalls ein entpolitisierter Kurs. Es war notwendig, das Politische wieder nach vorne zu bringen, und wenn man das macht, dann knirscht es und dann gibt es auch Entzweiung. Aber das war notwendig, denn immer nur den Deckel draufhalten und die Partei mehr und mehr zu entpolitisieren, war ganz sicher der falsche Weg.

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