Auf Weltreise mal müssen

Die WC-Debatte in Österreich hängt sich an der Frage auf, wer wo darf. Auf Weltreise mit kleinen Kindern ist man schon froh, wenn es überhaupt eine Toilette gibt. Gefunden haben wir auch welche, von denen sich Großstädte wie Wien etwas abschauen können. 

DATUM Ausgabe März 2026

Zusammengerechnet waren wir im vergangenen Jahr rund 8.250-mal auf der Toilette. Mit Durchfall, mit Hexenschuss, zum Windelwechseln, mit und ohne Gepäck. Etwa die Hälfte dieser Toilettengänge fand in sogenannten einkommensschwachen Ländern statt, manche davon beim Camping, im Plumpsklo oder im Busch. Wir sind nun also ziemlich Klo-erfahren. 

Wir, das sind Maria und Raoul und unsere beiden Kinder Mina (5) und Ilja (3). Anfang 2025 haben wir Wien und unsere Verpflichtungen für ein Jahr hinter uns gelassen und sind der Sonne gefolgt. Unsere Route führte uns nach Sri Lanka, nach Neuseeland und auf die Inseln von Fidschi, Vanuatu und Tonga, nach Australien und Vietnam. Ungefähr zur Halbzeit unserer Reise entfachte in Österreich wieder einmal eine WC-Debatte: Wer darf wo – und wer muss zahlen (häufiger Frauen)? In Wien etwa sind in 28 öffentlichen Anlagen Kabinen kostenpflichtig, während Pissoirs gratis bleiben. Die Volksanwaltschaft ortet darin eine Benachteiligung von Frauen und kritisiert nebenbei auch, dass ohne Bargeld manchmal gar nichts geht.

Auf Weltreise waren wir oft einfach froh, einen sauberen und sicheren Ort zu finden, um unser Geschäft zu verrichten. Manchmal haben wir aber auch ziemlich gestaunt, was Klo-technisch möglich ist – und was Großstädte wie Wien von anderen Ländern lernen könnten. Die Roboterklos des neuseeländischen Unternehmens Exeloo zum Beispiel. Zuerst ›begegnet‹ sind wir dem Roboterklo in Ohakune auf einem Spielplatz mit Karotten-Rutsche, Karotten-Schaukel und Karotten-Klettergerüst – für Karotten ist der Skiort auf der Nordinsel von Neuseeland nämlich hauptsächlich berühmt. Als wir in die bereits geöffnete Kabine gehen wollten, hörten wir einen furchtbar schrillen Alarm. So ganz haben wir das Problem nicht erkannt, aber es schien drastisch. Wir drehten auf der Stelle um, meiner fünfjährigen Tochter war lieber nach Verkneifen. 

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