›Dann will ich von Österreich nichts mehr wissen‹

Was Reinhold Messner an Sebastian Kurz ›zum Kotzen‹ findet und warum er lieber mit Angela Merkel wandern geht.

Interview:
Christoph Franceschini
·
Fotografie:
Hannes Prousch
DATUM Ausgabe Oktober 2017

Es ist ein sonniger Vormittag im September auf Schloss Sigmundskron bei Bozen. In der weitläufigen Burganlage findet sich das ›Messner Mountain Museum‹, das Herzstück der sechs Bergmuseen des Südtiroler Extrembergsteigers und ehemaligen EU-Abgeordneten Reinhold Messner. Er sitzt für das DATUM-Gespräch genau dort, wo vor sechzig Jahren Südtirols größte politische Volkskundgebung stattfand. Über 35.000 Südtiroler und Südtirolerinnen forderten im November 1957 hier im Schlossrund das ›Los von Trient‹. Es war der Beginn eines langen Weges, der über Bombenanschläge und jahrelange Verhandlungen zwischen Rom, Wien und Bozen zur Südtiroler Autonomie führte und das Land mit mittlerweile 520.000 Einwohnern zu einer der reichsten Regionen Europas werden ließ.

Während des Interviews schießen Besucher immer wieder Fotos von Reinhold Messner. Ganz Mutige fragen sogar nach Autogrammen. Reinhold Messner unterschreibt freundlich und professionell, ohne den Faden im Gespräch zu verlieren.

Herr Messner, Sie sind jetzt 73 Jahre alt. Hätten Sie jemals gedacht, dass Sie in Ihrem Leben noch Angst vor den Rechten haben müssen?
Ich habe nicht Angst vor den Rechten, sondern ich habe Bedenken und große Sorgen, was die Rechte in Europa angeht. Nicht nur in Österreich oder Deutschland. In Deutschland gebärdet sich die AfD derzeit sehr unangenehm. Ich würde sagen: proletenhaft und mit Sprüchen, die nicht akzeptabel sind. In Österreich ist es schon länger so. Dort wissen wir, dass ein Drittel der Wähler rechtslastig ist. Die sind bei der Strache-Partei. Es scheint jetzt so, dass Sebastian Kurz bereit ist, sich dieser Rechten anzunähern, um Kanzler zu werden. Zum Teil bedient er sich dabei der selben Sprache wie Strache. Wenn also nach der Wahl wirklich Strache und Kurz miteinander regieren sollten, dann will ich von unserem sogenannten Vaterland nichts mehr wissen.

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