Das Bio-Dilemma

Beim Kauf von Bio-Eigenmarken profitiert unser Gewissen - und der Handel, der die Bauern damit unter Druck setzt.

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Illustration:
Gaia Stella
DATUM Ausgabe Oktober 2017

Als der Biobauer Hans Kriechbaum das wirtschaftliche Überleben seines Hofes aufs Spiel setzt, als er beschließt aus dem System auszusteigen, fühlt er kurz in sich. Doch da ist keine Angst. Hans Kriechbaum fühlt sich befreit. Bei den 85.000 Litern Milchleistung in Bioqualität, die Wolke, Rihanna, Scarlett und seine 17 anderen Milchkühe im Jahr dem Handel liefern, muss Schluss sein, findet er. Doch für ein Auskommen müssten Hans und seine Frau Hildegard Kriechbaum den Hof erweitern, müssten mehr produzieren. ›Wir haben uns durchgerechnet, was eine Vergrößerung auf 40, auf 60 Kühe bedeuten würde‹, sagt Kriechbaum. Mehr Kühe, das hieße einen größeren Stall, mehr Weidefläche, eine erhöhte Pacht. Rund eine halbe Million Euro hätte der Schritt gekostet – von der Bank finanziert. ›Dann wären wir endgültig in die Abhängigkeit gerutscht, dann hätten wir liefern müssen. Egal zu welchem Preis‹, sagt der Bauer. Er räuspert sich. ›Dann kannst du nicht mehr zurück‹.

Familie Kriechbaum steht mit ihren Sorgen nicht allein da. Knapp 7.000 Biobetriebe arbeiten in Österreich in der Milchwirtschaft. Der Preisdruck, über den ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen seit Jahrzehnten klagen, hat auch die ökologische Schiene erreicht.

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