Der blinde Fleck von Maly Trostinec

In Belarus wurden zehntausende Juden aus Österreich ermordet. Und niemand mag sich daran erinnern.

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Fotografie:
Maxim Sarychau
DATUM Ausgabe September 2017

In der Blagowschtschina, in einem Waldstück bei Minsk, hat sich eine Gruppe von Menschen zum Gedenken aufgestellt. Ein Halbkreis, mit Blick auf die Lichtung. Es ist eine intime Trauerfeier, bei der sie einander von ihren Angehörigen erzählen. Oder das, was sie über sie noch wissen. Wie Yael aus Amsterdam, die von ihrer Urgroßmutter erzählt. Oder Irv aus den USA, der von seiner Großmutter spricht. Oder Richard aus Wien, der seine Großcousins verloren hat. Und Vienna Duff. Auch sie steht hier, an der Waldlichtung, an diesem prächtigen Frühlingstag im Mai.

Im März 1939 steigt Viennas Mutter Ilse Sachs in Wien in einen Zug und kehrt nicht mehr zurück. Es ist ein schmerzlicher Abschied, der ihr doch das Leben rettet. Ilse Sachs ist dreizehn Jahre alt, als sie über Prag vor den Nationalsozialisten flieht. Und obwohl in Wien der Hass gärt und das Leben für die Familie Sachs schon gefährlich geworden ist, nimmt Ilse doch viele schöne Erinnerungen mit. So schöne, dass sie später ihre Tochter nach ihrer alten Heimatstadt nennen wird: Vienna.

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