›Der Mund ist unsere wichtigste Waffe. Alles andere sind Notlösungen.‹

Was heißt es, in Österreich Polizist zu sein? Acht Exekutiv­beamte erzählen aus ihrem Berufsalltag.

Interviews und Redaktion:
Laura Anninger, Stefan Apfl, Julia Geistberger, Sarah Kleiner, Alexander Polt, Matthias Punz, Alicia Prager
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Illustration:
Harald Tremmel
DATUM Ausgabe Juni 2019

Wir sehen sie auf der Straße, als Mensch gewordene Stoßdämpfer bei Demonstrationen, oder sie rasen mit Blaulicht und Sirene an uns vorbei. Ein Kennenlernen mit Polizisten will man meist schnell hinter sich bringen – doch wer sind die Menschen, die Österreichs Straßen hüten? In einer mehrmonatigen Recherche hat DATUM acht Exekutivbeamte getroffen, sieben Männer und eine Frau, Ländler und Städter, Junge und Ältere, um das herauszufinden. Unter dem Schutz der Anonymität konnten die Beamten offen erzählen, was es heißt, Kiwara zu sein.

Warum sind Sie Polizist geworden?

Polizist, 31, Stadt: Im Zivildienst ist bei mir die Idee aufgekommen, für eine Einsatzorganisation zu arbeiten. Natürlich, das Rote Kreuz und die Polizei sind nicht vergleichbar, aber man glaubt gar nicht, wie viele Überschneidungen es da gibt. Und du bist nach sechs Jahren Dienstzeit als Polizist pragmatisiert, also du kannst nicht gekündigt werden, wenn du dir selbst nichts zuschulden kommen lässt.

Polizistin, 29, Stadt: Mich hat sehr gereizt, dass die Ausbildung bezahlt wird, weil ich nicht von meinen Eltern finanziert werden musste. Und ich habe einen sehr starken Gerechtigkeitsdrang. Eine Freundin, die zu dem Zeitpunkt die Ausbildung gemacht hat, hat mir gesagt, dass sie gerade Einsatztraining gehabt haben, dass sie Handfesseln anlegen üben. Sie hat Geschichten erzählt vom Schießen und vom Schulalltag. Ihre Erzählungen haben mich fasziniert, da habe ich mir gedacht: Das will ich auch machen.

Polizist, 39, Stadt: Ich war in der Privatwirtschaft in einem mechanischen Beruf mit einer Lehre. Aber da verdienst du relativ bescheiden, und es sind Freunde von mir zur Polizei gegangen, die gesagt haben: Es ist super, es ist relativ einfach, du hast eine Ausbildung von zwei Jahren, und sie nehmen quasi ›jeden‹.

Wie hat Ihre Laufbahn als Polizist begonnen?

Polizist, 25, Stadt: Beim ersten Polizeiinterview haben sie mir gesagt: ›Sind Sie sich bewusst, dass Sie mit dem Abschaum der Menschheit konfrontiert sind?‹ Und dazu stehe ich, man sieht wirklich den Abschaum. Als Polizist sieht man, wozu ein Mensch im Stande ist. Das kann dann ein Realitätsschock sein, wenn man vom Land kommt, aus einem kleinen Dorf in die große Stadt, so wie ich.

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