Ein Tag mit Kleinkind in der Großstadt

DATUM Ausgabe November 2016

Wie der Tag wird, entscheidet sich lange vor Sonnenaufgang. Es kann um Mitternacht passieren, um drei Uhr früh oder um fünf: Der kleine Mensch im Nebenzimmer wird munter, weil irgendein Zahn herauswill. Zähne wollen grundsätzlich in der Nacht heraus. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn ein Zahn durchs Zahnfleisch stößt, aber ich weiß, wie es sich anhört. Man geht also hinüber und versucht den weinenden kleinen Menschen zu trösten. Wenn das nicht hilft, versucht man es auf die einfache Art: mit einem Schluck Milch. Wenn auch das nicht hilft, auf die komplizierte Art: mit einem lindernden, die quartäre Ammoniumverbindung Cetylpyridiniumchlorid enthaltenden Zahngel. Irgendwann aber akzeptiert man: Der Zahn will aus dem Fleisch, also will das Kind aus dem Bett. Und darum holt man es schließlich ins Elternschlafzimmer.

Doch in manchen Nächten bleibt der Zahn drin. Der Tag beginnt dann gemütlich um acht oder neun – und verspricht, ein guter Tag zu werden.

Wenn beide Eltern arbeiten, spaltet sich die Familie nach dem Frühstück. Derjenige, der aus dem Haus muss, kann sich schon einmal darauf einstellen, wie irreal ihm die Existenz seines Kindes nach ein paar Stunden Abwesenheit vorkommen, wie schnell er es vermissen wird. Das kommt daher, dass das Kind ansonsten so präsent ist. Man kann mit einer Eineinhalbjährigen keine WG führen; man kann nicht im gleichen Haushalt neben seinem Kind herleben. Es springt einem immer wieder dazwischen.

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