›Wir schauen aufeinander‹

Zwei Jahre Pandemie haben der Jugend viel abverlangt. Lernen, leben, arbeiten – alles ist anders geworden. Wie blicken Jugendliche in die Zukunft? Eine DATUM-Diskussion mit fünf jungen Menschen, die noch viel vorhaben.

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Fotografie:
Gianmaria Gava
DATUM Ausgabe März 2022

Alle reden über euch, die Generation Corona. Aber was sagt ihr: Wie geht es euch, euren Freunden und Freundinnen, nach zwei Jahren Pandemie?
Tabita: Wir haben, glaube ich, alle irgendwie gelernt, mit der Situation umzugehen. Mit Corona und allem anderen, das auf unseren Schultern lastet. Aber wir merken, dass wir erschöpft sind und dass unsere Ressourcen nicht endlos sind. Es täte gut, wenn man uns einmal richtig zuhören und mehr Rücksicht auf unsere Bedürfnisse nehmen würde.

Wie stellt ihr euch das konkret vor?
Maximilian: Ich weiß nicht, ob wir als Generation gut repräsentiert werden. Viele von uns haben das Gefühl, dass Corona-Politik vor allem gemacht wird, um zum Beispiel der Wirtschaft zu helfen oder Arbeitsplätze zu sichern. Und das ist alles nichts Schlechtes. Aber seit zwei Jahren kommt mir vor, dass immer, wenn Maßnahmen gesetzt werden oder Lockerungen kommen, ein bisschen auf junge Menschen vergessen wird. Ich bin Student und seit September an der Uni. Es gibt Kolleginnen und Kollegen von mir, die seit März 2020 studieren und kein einziges Mal im Vorlesungssaal waren, weil alles per Distance Learning erledigt wurde. Dabei gäbe es ja Konzepte, um so etwas sicher zu gestalten, trotz Pandemie. Aber dafür gibt es offenbar nicht genug Bewusstsein bei den Entscheidungsträgern – unsere Situation wird oft übersehen. Und oft hören wir: Stellt euch nicht so an, wegen der paar Monate. Dabei hängen da immer Einzelschicksale dran. Dass man nicht wertschätzend mit dieser Generation umgeht, wird Folgen haben, das sollte man nicht vergessen.

Paula: Ich will, dass wir endlich gehört werden. Und dass es nicht nur bei diesem Artikel bleibt, sondern dass wir auch von der Politik wahrgenommen werden. Unsere Botschaft lautet: Wir sind stärker, als ihr denkt. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass mir zwei Jahre meiner Jugend genommen wurden. Da hätte ich so viel erleben können. Jetzt, wo Lockerungen kommen, habe ich das Bedürfnis, das alles aufzuholen. Ich merke das wirklich in meiner Freundesgruppe, dass wir jede Möglichkeit nutzen, um rauszukommen und neue Sachen zu entdecken. Aber die ganze Zeit im Hinterkopf zu haben, dass wir in einer Pandemie leben und nie wissen, wie’s weitergeht – das ist schwer. Trotzdem ist es wichtig, dass wir feiern und diese Zeit irgendwie ausnützen, anstatt komplett aufzugeben. Wir müssen unsere Jugend leben und machen das Beste draus.

Tabita: Zwischen den Lockdowns habe ich auch beobachtet, dass wir sofort etwas unternehmen, wenn es wieder erlaubt war – ganz einfach, weil wir nicht aufholbare, prägende Zeit unseres Lebens verloren hatten. Sobald die Möglichkeit da ist, nutzen wir sie.

Emilia: Ich tue mir damit schwer. Vor Corona hatte ich genug Freunde und habe viel unternommen. Aber jetzt – ganz ehrlich – habe ich kaum noch Lust rauszugehen. Durch die Maßnahmen und die Sperrstunden ist es für mich langweilig geworden. Nicht jeder im Freundeskreis ist geimpft, und da können wir dann auch nicht viel gemeinsam machen.

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Wörter: 3188

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