Was ist Ihre Leistung, Frau Selimovic?

Die Schauspielerin und Roma-Aktivistin Sandra Selimovic über den Bergdoktor, Pussy Riot und Wertekurse.

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Fotografie:
Meinrad Hofer
DATUM Ausgabe März 2017

Interviewen will ich sie schon seit langem. Nun ist die Theatermacherin Sandra Selimovic gerade wieder in Wien. Sie ist Schauspielerin, Regisseurin, feministische Rapperin, lautstarke Aktivistin gegen Rassismus und für Gleichberechtigung der Roma. Selimovic selbst ist Romni und damit Teil einer Volksgruppe, von der niemand weiß, wie viele Menschen ihr angehören. Laut der Beratungsstelle Romano Centro schwanken die Schätzungen zwischen 25.000 Personen in ganz Österreich und 100.000 allein in Wien.

Selbstbewusst, mit keckem Lächeln kommt mir Selimovic auf der Bühne im Dschungel Wien entgegen. Sie begrüßt auch die Techniker, die um uns herum hämmern, schrauben, die Bühne umbauen. Der Dschungel ist für die 36-Jährige ein vertrautes Haus, ihre ›Theaterfamilie‹. Schon mit Anfang zwanzig hat sie hier gespielt.

Frau Selimovic, Sie spielen, führen Regie, rappen, singen, tanzen und halten Workshops. Wann stößt man an die eigenen Grenzen?
Ich komme gerade von einer künstlerischen Pause in Barcelona zurück. Das habe ich gebraucht. Ich hatte verlernt, Nein zu sagen. Ich habe mich nur noch überall hingeschleppt, hatte keine neuen Ideen mehr. Und das war nicht Sinn der Sache, die ich für mich beschlossen hatte, als ich zehn Jahre alt war: Das ist genau meines, ich will Schauspielerin werden.

Was bedeutet Theater für Sie in Ihrem Leben?
Leidenschaft, ganz viel Lebendigkeit. Ich habe mich früh ins Theater verliebt. Entdeckt hat mich meine Deutsch­professorin im Gymnasium. Ich habe damals im Schulhof getanzt, da hat sie mich in ihre Bühnenspielgruppe geholt – und bald hatte ich immer die Hauptrollen.

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