Ronald Szabo, 43

Ein Fleischhauer in Wien.

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Fotografie:
Florian Rainer
DATUM Ausgabe Oktober 2016

Wie sind Sie zu dem Beruf des Fleischhauers gekommen?
Der Beruf wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Mein Vater war Fleischhauermeister und betrieb ein Geschäft im fünften Bezirk in Wien. Vor ein paar Jahren habe ich es von ihm übernommen.

Seit wann sind Sie in dem Beruf tätig?
Seit meinem 15. Lebensjahr. Damals habe ich mit meiner Lehre begonnen. Aber bereits als Kind war ich oft mit meinem Vater im Geschäft.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Der Tag beginnt mit dem Bestücken der Auslage im Geschäft, das heißt, die Vitrine wird für den Verkauf hergerichtet. Parallel zum Verkauf wird das Fleisch zerteilt, veredelt, indem weitere Zutaten hinzugefügt werden, und haltbar gemacht. Zudem wird gewurstet, also die Wurst produziert, geselcht und gebraten.

Macht Ihnen die Arbeit Spaß?
Ja, ich liebe meine Arbeit. Das Problem ist nur, dass der Beruf ein schlechtes Image hat. Viele denken nämlich, dass Fleischhauer noch immer selbst schlachten, und verbinden das mit Brutalität. Für diese Arbeit gibt es aber heute Lohnschlächter.

Wie viel verdienen Sie im Monat?
Ich verdiene zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto im Monat.

Reicht das, um Ihre Lebenshaltungs­kosten zu decken?
Wenn man ein normales Leben führt, reicht das – für ein Luxusleben nicht.

Die Anzahl der Fleischhauer ist rückläufig. Liegt das daran, dass auch Supermärkte Fleisch- und Wurstwaren verkaufen?
Nein, es mangelt an Nachwuchs. Viele Fleischhauer müssen ihr Geschäft zusperren, weil die Kinder den Betrieb nicht übernehmen wollen. Die Supermärkte sind für uns keine Konkurrenz.

2015 meldeten 41 Prozent der Fleisch­hauerbetriebe Umsatzsteigerungen. Wie lässt sich das erklären?
Viele Betriebe mussten zusperren, und davon haben wir anderen profitiert.

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