Lasst die Puppen spielen

DATUM Ausgabe Oktober 2026

Im Juni dieses Jahres starb Traude Kossatz, Gründerin und über vier Jahrzehnte lang auch künstlerische Leiterin des Figurentheaters Lilarum. Einst im 14. Wiener Gemeindebezirk beheimatet, übersiedelte die Puppenbühne für Kinder 1997 nach Erdberg – und ist dort für Generationen an Eltern zum fixen Bestandteil des Freizeitprogramms und rettender Anker auf der Suche nach pädagogisch wertvoller Kleinkindunterhaltung geworden. 

Am Lilarum wird mit in der hauseigenen Werkstatt handgefertigten Puppen Theater gespielt, die Stimmen dazu stammen – ganz ohne KI-Einsatz – von heimischen Schauspielern wie Wolfram Berger, Michael Niavarani oder Marianne Mendt und kommen, ebenso wie die für jedes Stück eigens komponierte Musik, bei der Vorstellung vom Band.

Vor fast 15 Jahren habe ich mit meiner älteren Tochter erstmals Vorstellungen im Lilarum besucht. Seit letztem Jahr ist nun die Jüngere im besten Puppentheater-Alter, und ich durfte feststellen: Es hat sich in anderthalb Jahrzehnten quasi nichts verändert, selbst der Filterkaffee am Theaterbuffet schmeckt noch wie damals und ist weiterhin gegen freie Spende erhältlich.

Das liebevoll gestaltete Bühnenbild sowie die expressiven Figuren faszinieren Kinder und Eltern wie eh und je. Und dass die Spieler nach Ende des Stücks vor die Bühne kommen, damit die Kinder ihre Puppen aus der Nähe begutachten und vor allem an-greifen können, steigert die Theatermagie noch einmal ins unmittelbar Haptische.  

Der Sohn der Gründerin, Paul Kossatz, übernimmt nach dem Tod seiner Mutter nun die Leitung des Lilarums. Er möge noch lange weitermachen – und vor allem nichts ändern. 

Figurentheater Lilarum

Göllnergasse 8, 1030 Wien 

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