Verdorrt
Nach der Rekorddürre des Sommers 2026 stehen viele Bauern vor den Trümmern ihres Erwerbsmodells. Wie sehen die Betroffenen die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft? Ein Lokalaugenschein.
Franz Grötschl stehen Schweißperlen auf der Stirn, als er das gehäckselte Erntegut unter der Plastikplane vor ihm inspiziert. An einer Stelle ist schon wieder Schimmel. Grötschl schnauft. Die Hitze setzt nicht nur dem Landwirten zu, sondern auch dem Futter seiner Kühe. An diesem Nachmittag Anfang September messen die Thermometer in Lackendorf im Burgenland noch immer fast 30 Grad. Die Sonne brennt vom Himmel.
Quer durch die aufgeschüttete Silage zeichnet sich eine Linie ab: Das untere Drittel ist deutlich dunkler als der Rest. Franz Grötschl nimmt eine Handvoll des konservierten Grünfutters und lässt es durch die Finger rinnen. Unter der Plastikplane, beschwert mit alten Autoreifen, fermentiert die Mischung aus Gras, Klee und geschroteten Maispflanzen und wird so zu haltbarem Winterfutter für die Kühe. ›Normalerweise kommt das alles von unseren eigenen Feldern. Heuer mussten wir zwei Drittel zukaufen‹, erzählt er. Auf seinen Grünflächen sei dieses Jahr gar nichts gewachsen und auch die Maisernte fiel deutlich schlechter aus als sonst. Bis nach Ungarn ist der 49-Jährige gefahren, um für die kommenden Monate vorzusorgen, 28 Kilometer hinter die Grenze. Auch in anderen Jahren haben seine Frau und er schon Futter zugekauft, sagt der Landwirt. Verglichen mit diesem Jahr seien das aber ›Banalitäten‹ gewesen.
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