Liebe Leserin, lieber Leser!

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Illustration:
Blagovesta Bakardjieva
DATUM Ausgabe Oktober 2026

Ein kurzer Einblick in unseren journalistischen Handwerksbetrieb: Die Entstehungsgeschichte eines DATUM-Covers ist jedes Mal ein neues Abenteuer. Einmal flutscht es, ein anderes Mal ist es von Anfang bis Ende eine schwere Geburt. Manchmal steht die Headline schon fest, da wird noch tagelang an der Bildidee gefeilt. Und wieder ein anderes Mal ist es umgekehrt: Die Bildidee ist da und für die Ausarbeitung bereits in den besten Händen, nur ›die Zeile‹ – so nennen wir den Text am Titelblatt ehrfurchtsvoll – fehlt noch. Genauso war es bei jener Ausgabe, die Sie gerade in den Händen halten. Das Einstiegsbild für unseren großen Landwirtschaftsschwerpunkt war schon im Sommer festgelegt. Es wird eine magere Ernte für sehr viele Bäuerinnen und Bauern in Österreich, das hat sich bereits während der noch nie dagewesenen Dürre und Hitze in diesem Jahr abgezeichnet. Und das war auch der Grund, weshalb Chefredakteurin Christina Pausackl entschied, in dieser Ausgabe einen genauen Blick auf die Sorgen und Herausforderungen der Landwirtschaft zu werfen. Der Korb zum Erntedankfest 2026 würde einen traurigen Anblick ergeben, so viel stand fest. Also war das die logische Bildidee. Mit der Umsetzung beauftragten wir den Illustrator Andreas Leitner, der kurzerhand zu seinen Ölfarben griff und sich ans Werk machte. Kein künstlich generiertes Bild, sondern echte Handwerkskunst. Sozusagen Journalismus mit Bauernhofgarantie, bei unserer Ehr’!

Das Bild war also da, aber die verdammte Zeile fehlte uns noch. Die Redaktion steckte die Köpfe zusammen, tüftelte und diskutierte, kam aber zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Gerade, als wir etwas resigniert die Entscheidung vertagen wollten, kam Textchef Anatol Vitouch mit einem Vorschlag: ›Wie wäre es mit »Sie ernten, was wir säen«?‹. Stille trat ein, fast hörte man jedoch das Rattern in unseren Köpfen, ein schneller Blickkontakt in der Runde, ein kollektives zufriedenes Nicken. Das ist es! Denn mit einer leichten Abwandlung jenes Bibelspruchs aus dem Brief des Apostel Paulus an die Galater – ja, es ist auch eine grandiose Hip-Hop-Nummer von den Fantastischen Vier – ist es Vitouch gelungen, das große vielschichtige Problem der Landwirtschaft inmitten der Klimakrise auf den Punkt zu bringen. Wir alle sind letztlich dafür verantwortlich, wie tragfähig die ökologische und ökonomische Grundlage der Bäuerinnen und Bauern ist. Ihre Ernte ist letztlich ein Ergebnis unserer Art des Lebens, des Konsums und des Wirtschaftens, des Verkehrs, der Energiegewinnung und der Klimapolitik.

Apropos Klimapolitik und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft: Der dafür gleich doppelt zuständige Minister heißt Norbert Totschnig. Thomas Winkelmüller und Georg Renner haben ihn und sein Wirken für diese Ausgabe unter die Lupe genommen. Im Gespräch mit ihnen hat sich Totschnig als langjähriger DATUM-Leser deklariert. Das freut uns natürlich, hat Renner und Winkelmüller aber nicht davon abgehalten, seine Arbeit kritisch zu analysieren. Anika Haider begab sich auf einen Lokalaugenschein bei österreichischen Bäuerinnen und Bauern, und Sabrina Luttenberger recherchierte, wie Pioniere der Landwirtschaft mit resistenteren Sorten dazu beitragen, dass unsere Ernährung auch in Zukunft gesichert werden kann.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: In diesem Herbst haben Sie gleich zweimal die Möglichkeit, ­DATUM live zu erleben. Zum einen am 6. Oktober bei der DATUM blattkritik mit Dr. Annelieser Rohrer im Rabenhof Theater. Und von 25. bis 29. November bei der ›Buch Wien‹ in der Messe Wien, wo wir erstmals mit einem eigenen Stand vertreten sein werden. Kommen Sie uns besuchen, bei Stand A10 in Halle D. 

Wir freuen uns auf Sie!

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit dieser Ausgabe!

Ihr Sebastian Loudon

sebastian.loudon@datum.at

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