Slivo und die Liebe
Wer schon einmal bis zur Sperrstunde im Wiener Gänsehäufel geblieben ist, der kennt wahrscheinlich das bittersüße, über-raschend jazzige Wienerlied namens ›Badeschluss‹, mit dem die öffentliche Badeanstalt den selbigen ankündigt. Bewusster Song stammt von ›5/8erl in Ehr’n‹, einer bereits seit 20 Jahren dem Wiener Soul verschriebenen Band rund um die beiden Sänger Max Gaier und Bobby Slivovsky.
Letzterer hat nun als Kunstfigur ›Romantic Slivo‹ seine So(u)lo-Karriere gestartet: Wie der Name verspricht, erscheint der einstige Sängerknabe dabei gerne im romantisch-bunten Glitzeranzug, was unbedarftes Publikum im ersten Moment zum Lachen reizen mag. Aber ich sage Ihnen: Ich habe den Mann live singen gesehen – und sobald er seine von Liebe durchtränkte englisch-deutsche Lyrics-Misch-kulanz in Songs wie ›Holiday‹ oder ›This Is Where The Magic Happens‹ akustisch den Saal füllen lässt, weicht das amüsierte Gelächter einem wohligen Grinsen, das aus der Seele kommt. Will sagen, Slivo singt verdammt gut – und nimmt sich dabei selbst angenehmerweise nicht zu ernst.
Full Disclosure: Die Hörerfahrung, die dieser Rezension zugrunde liegt, habe ich auf der Bühne des Rabenhoftheaters gemacht. Slivovsky und sein kongenialer Gitarrist Valentin Eybl begleiteten dort bereits zum zweiten Mal unsere DATUM-Blattkritik, die Sie sich nächstes Mal – so schamlos muss ich jetzt schon sein – nicht entgehen lassen sollten. ›Romantic Slivo & The Burning Hearts‹ können Sie in voller Besetzung mit ihrem Debut-Album ›Love Is Still Love‹ aber schon Ende Jänner in diverse Landeshauptstädten live sehen und hören. Ich zum Beipsiel werde mich am 26. Jänner dafür ins Wiener Konzerthaus begeben. Denn wie sagt man auf Wienerisch: Amor Vincit Omnia.