Mein radelndes Ich braucht den Zug. Er mich nicht.
Wer nachhaltig reisen will, braucht vor allem eines: Idealismus. Und ein Talent für Improvisation. Das gilt besonders für all jene, die ihr Fahrrad mit dem Zug durch Europa transportieren wollen.
Auf dem Parkettboden im Wohnzimmer liegt ein schwarzes trapezförmiges Gepäckstück von beachtlichem Ausmaß. Es ist Abend und Petra Suko blickt mit Genugtuung auf ihr Werk. Sie hat probegepackt, um in zwei Tagen den Nachtzug von Wien nach Paris zu besteigen und dann weiter nach Südwestfrankreich zu fahren, wo sie drei Wochen lang mit ihrem Fahrrad unterwegs sein wird. Dafür musste sie es auseinanderbauen, denn eine Ticketbuchung mit Fahrradmitnahme war nicht möglich. Sie hat das Vorderrad herausgenommen und den Lenker abgeschraubt, doch an den Pedalen scheiterte sie. Kurz vor Ladenschluss eilte sie zu ihrem Fahrradhändler. Der erklärte ihr, dass das linke Pedal ein seltenes Linksgewinde hat, das man unüblicherweise nach rechts aufdrehen muss. Wieder was gelernt. Doch die eigentliche Herausforderung steht ihr noch bevor.
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