Neue Bohnen braucht das Land

Hitze und Dürre bringen Österreichs Landwirtschaft an ihre Grenzen. Und doch keimt Zuversicht: Im Land wird längst an klimaresistenten Sorten geforscht, die den neuen Extremen trotzen sollen.

DATUM Ausgabe Oktober 2026

Knapp 30 Grad im steirischen Gleisdorf. Schon wieder. Es ist ein Tag Mitte August, und Eveline Adam prüft auf dem Feld die Bohnen, die sich vor ihr in die Höhe ranken. Optisch wirken sie unscheinbar, doch in den Pflanzen stecken 14 Jahre harte Arbeit. Adam hat sie aus der Steirischen Käferbohne gezüchtet, der Hitze und Trockenheit seit Jahren zusetzen. In diesem Herbst wollte die 46-Jährige ihre Käferbohne 2.0 endlich zur Zulassung anmelden. Doch ob das klappt, ist plötzlich offen. ›Es kann gut sein, dass wir gar nicht mit der Registrierung starten können, weil wir nichts zu ernten haben‹, sagt Adam. Ausgerechnet die hitzeresistente Neuzüchtung droht an der heurigen Dürre zu scheitern. War die ganze Arbeit umsonst?

Was sich in Gleisdorf abspielt, ist kein Einzelfall. Quer durchs Land hinterlassen die steigenden Temperaturen Spuren auf den Feldern. Ob Kürbis, Mais, Obst oder Kartoffeln: Die Hitzeschäden häufen sich. Und doch ist die Lage nicht hoffnungslos. In ganz Österreich wird intensiv an Sorten geforscht, die den neuen Extremen trotzen, sei es wochenlange Dürre, überschwemmte Äcker oder fremde Schädlinge, die mit der Hitze ins Land kommen. Es gibt Initiativen, Versuche und erste Erfolge. Und das nicht erst seit gestern.

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