Drohnen und eine Dose Buchweizen

In einer Garage zwischen Charkiw und der Front von Kupjansk schrauben versehrte Soldaten an Bodendrohnen und an der nächsten Wende eines Krieges, der sich immer wieder neu erfindet.

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Fotografie:
Thomas Seifert
DATUM Ausgabe Juli/August 2026

Tschuhujiw, eine Garnisonsstadt 50 Kilometer südöstlich von Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Ab hier wird es richtig ernst. Die 30.000-Einwohner-Stadt und das Umland werden regelmäßig von russischen Drohnen, Gleitbomben und Raketen bombardiert. Drohnenabfangnetze sind über die Straße gespannt, der Drohnendetektor wird eingeschaltet. Das olivgrüne Gerät der Marke ›Chuyka 2‹ sieht aus wie ein Feldtelefon mit drei Antennen. Es piepst, sobald es ein Drohnensignal auffängt. Taucht auf dem Bildschirm ein Bild auf, ist eine Drohne in der Luft. Eine russische? Oder eine ukrainische? Auf dem Bildschirm sieht man, was der Drohnenpilot sieht – so lässt sich erkennen, ob die Drohne eine Bedrohung für die eigene Sicherheit ist. 

Das Gerät piepst einmal kurz, doch auf dem kleinen Bildschirm ist nur Rauschen zu sehen. Fehlalarm. In den Feldern glänzen Glasfasersträhnen. Kein gutes Zeichen. Drohnen, die über Glasfaserkabel gesteuert werden, senden keine Funksignale – das Warngerät kann sie nicht erkennen. Über einen holprigen Feldweg geht es vor Schewtschenkowe zu einem Dorf in der Etappe, der grauen Zone zwischen Front und Hinterland. Das Auto wird, vor Luftaufklärung geschützt, unter Bäumen geparkt. Ein Gartentor führt zu einem unscheinbaren Häuschen. Dort, in einer improvisierten Werkstatt, riecht es nach Lötzinn und Maschinenöl. Zwei Männer in Feldanzügen beugen sich über eine unbemannte Fahrzeugplattform, die aussieht wie ein Mäh-Roboter. Einer schraubt an einer Antenne an der Drohne herum. Ein anderer flucht leise. ›Das Ladegerät für die fahrende Drohne ist wohl hin‹, sagt Serhij, einer der Techniker. ›Ich glaube, die Sicherung des Netzgeräts ist durchgebrannt, Drecksding. Wir werden uns jetzt irgendwas überlegen müssen.‹

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