Schlamm und Glanz
Gold sichert in Ghana den Lebensunterhalt von Millionen Menschen. Doch der Abbau des Edelmetalls zerstört Felder, Flüsse und Wälder. Lässt sich dieses Dilemma auflösen?
Schon von weitem hört man die Dieselgeneratoren rattern. Es ist Mitte Februar. Hier, im Südwesten Ghanas, nahe der Grenze zur Côte d’Ivoire am Rande der Stadt Dunkwa, liegt eine der hunderten Goldminen des Landes. Dicke Schläuche schießen Wasser auf die aufgerissene Erde. Männer und Frauen mit Gummistiefeln stehen knietief im braunen Schlamm. Mit Schaufeln und bloßen Händen durchsuchen sie den Boden nach winzigen Goldstückchen.
Philipp Ibrahim ist einer davon. An einem seiner schlammbedeckten Arme baumelt eine Plastiktüte, sein Frühstück. Er kommt gerade von seiner Nachtschicht zurück. Sechs von sieben Tage pro Woche steht der junge Mann hier in der Goldmine, meist zwölf Stunden am Stück. Nur dienstags hat Ibrahim frei.
Rund 130 Euro verdient er damit pro Woche. Für Menschen aus Europa klingt das nach wenig Geld für sehr harte Arbeit. Doch für Ibrahim ist es deutlich mehr, als er früher in der Fleischerei seines Bruders verdient hat. Er nimmt die Arbeit in der Mine auf sich, um seine Frau und die zwei gemeinsamen Kinder zu ernähren. Nur alle zwei bis drei Monate fährt er die 650 Kilometer zurück in seine Heimat Bolgatanga, um seine Familie zu sehen.
Wie Ibrahim leben in Ghana Millionen Menschen direkt oder indirekt vom Gold. Das Edelmetall ist mittlerweile das wichtigste Exportgut des Landes. Ghana produziert mehr Gold als jeder andere Staat Afrikas. Allein 2025 waren es mehr als fünf Millionen Unzen im Wert von fast 19 Milliarden Euro. Tendenz steigend. Im vergangenen Jahrzehnt ist ein förmlicher Goldrausch in Ghana ausgebrochen, von dem viele profitieren wollen.
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