Ohne ihn
Viele junge Frauen wünschen sich partnerschaftliche Liebe, aber nicht mehr um jeden Preis. Freundschaften werden wichtiger und Männer müssen heute mehr bieten als ökonomische Sicherheit.
Mathilde trägt ein langes blau-rosa Kleid, das sie sich extra für diesen Tag ausgeborgt hat. Sie hat ihre Nägel lackiert, ihre Haare frisch gefärbt und zu einer aufwendigen Frisur aufgesteckt. Sie klopft mit einem Kaffeelöffel gegen ihr Sektglas. ›Ich dachte immer, ich würde so einen Tag mit einem Mann und Kindern in meinem eigenen Haus feiern‹, sagt sie. Ihr Leben mit dreißig hatte sie sich früher anders vorgestellt.
Mathilde steht im Garten ihrer Eltern. Um sie herum sind Familie, Freundinnen und Freunde versammelt. Lampions und Lichtketten hängen in den Bäumen, ein üppiges Buffet ist aufgebaut. Gäste halten Reden, erzählen von Mathildes Lebensweg und von der Freundschaft, die sie mit ihr verbindet. Ihr dreißigster Geburtstag fühlt sich an wie eine Hochzeit.
Nur der Bräutigam fehlt. Oder besser gesagt: Er ist gar nicht vorgesehen.
›Ich dachte, ich muss erst den richtigen Partner finden, um glücklich zu sein‹, sagt Mathilde. ›Aber wenn ich hier in die Runde schaue, sehe ich: Ich habe schon alles, was ich zum Glücklichsein brauche.‹
Wörter: 1832
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