Ins Wasser

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Illustration:
Blagovesta Bakardjieva
DATUM Ausgabe Juli/August 2026

Darf ich vorstellen? Auf dem Cover dieser Ausgabe finden Sie meine wunderbare Kollegin Carolin Daiker. Caro ist seit fünf Jahren Geschäftsführerin von DATUM und als solche arbeitet sie vor allem hinter den Kulissen. Bis zu dieser Ausgabe. Denn für unser Covershooting hat sich Caro aus ihrer Komfortzone bewegt – und hinein ins Wasser. Was auf den Bildern, die unsere Fotografin Ursula Röck geschossen hat, so unglaublich angenehm und erfrischend aussieht, war in Wahrheit harte Arbeit. Mehrere Stunden lang lag Caro im Wasser, schwamm hin und her, tauchte unter und wieder auf. Bis die Sonne unterging und die Lippen blau waren. So sind wir hier bei DATUM, wir geben einfach alles! Kein KI-Bild, kein Stockfoto einer Bildagentur, sondern: Echte Menschen, echtes Handwerk, echte Leidenschaft.

Mit ihrer Bildidee zum Cover hat Chefredakteurin Christina Pausackl eine Aufgabe gelöst, die uns zunächst unmöglich schien: Wie können wir ein so ernstes und zugleich  bedrückendes Thema wie Gewalt an Frauen und die berechtigte Angst davor so ins Bild setzen, dass es dennoch in unsere Sommer-Doppelausgabe passt. Das Ergebnis sehen Sie vor sich. Ich bedanke mich bei Caro Daiker für ihre Courage, bei Ursula Röck für die fantastischen Bilder, bei Art-Director Martin Renner für die professionelle Begleitung und bei Christina Pausackl für die Idee und ihren Support am Set. Ach ja, und bei Marina und Paul bedanke ich mich dafür, dass die DATUM-Crew einen ganzen Nachmittag lang ihren Badeteich okkupieren durfte. 

 Dieser Schwerpunkt hat es in sich und einen todernsten Hintergrund: Die nicht enden wollende Zahl der Femizide in Österreich. Christina Pausackl griff dafür diesmal selbst ordentlich in die Tasten. Sie traf eine Frau, die um ein Haar von ihrem Ehepartner ermordet worden wäre und sich seither im Kampf gegen Gewalt an Frauen engagiert. In einem gemeinsamen Kraftakt protokollierten Saskia Jungnikl-Gossy, Thomas Winkelmüller, Rubinder Chauhan und Christina Masarei gemeinsam mit Pausackl die Gedanken und Sehnsüchte von Frauen, die sich vorstellen sollten, was anders wäre, wie sie leben würden, wenn es einen Tag lang keine Männer gäbe. Ich ahnte, was da kommen würde – und bin als Mann dennoch beschämt.

In dieser Gemengelage scheint es nur ­logisch, dass es mittlerweile den weltweiten Trend gibt, dass Frauen bewusst auf Be­zie­hungen zu Männern verzichten. Der dazu passende Hashtag: #boysober. Anika Haider, die sich im Brotberuf um unsere Social-­Media-Präsenzen kümmert, hat sich dieses Phänomen genauer angesehen. Und schließlich steuerte die österreichische Regisseurin und Drehbuchautorin Nora Friedel einen Essay bei, in dem sie sich ganz persönlich mit den kulturellen Narrativen auseinandersetzt, die Mädchen und Frauen bis heute prägen. 

Sie sehen also, wir haben uns wieder mächtig ins Zeug gelegt für Sie! Mit dieser Ausgabe beschließen wir das erste Halbjahr 2026 und gönnen uns eine kleine S­ommer­pause. Wir sehen uns wieder am
4. September.

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer und viel Freude mit diesem Heft!

Ihr Sebastian Loudon

sebastian.loudon@datum.at

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