›Ich würde aufrechter gehen‹
DATUM hat Frauen aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten eine einfache Frage gestellt: Was würden Sie tun, wenn es einen Tag lang keine Männer gäbe? Das sind ihre Antworten.
Zivadinka, 52 (Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin beim Wiener Hilfswerk)
Wenn es einen Tag lang keine Männer gäbe, wäre mein Leben leichter. Ich arbeite seit fast 26 Jahren in der Pflege und komme in viele Wohnungen, auch zu vielen Männern. Ich ziehe mich deshalb nicht anders an und bewege mich nicht anders. Aber ich musste in meinem Beruf lernen, Grenzen zu setzen. Wenn ein Mann sagt, ich sei heute ›fesch gekleidet‹, ist das kein Problem. Aber wenn Kommentare über meine Figur oder meinen Busen kommen, dann stoppe ich das. Das mache ich auch in der Pflege, wenn ich einen Mann im Intimbereich wasche und die Situation unangenehm wird. Früher habe ich mir da noch schwer getan, heute sage ich sofort: So nicht.
Im privaten Leben fällt es mir weniger leicht, mich abzugrenzen. Ich habe meinen Mann gepflegt, als er krank war – während ich studiert und gearbeitet habe. Heute ist er wieder selbstständiger, aber ich kümmere mich noch immer um vieles: Medikamente, Termine, alles, was dazugehört.
Wenn es einen Tag lang keine Männer gäbe, müsste ich in der Früh nicht aufstehen und für meinen Mann kochen, bevor ich arbeiten gehe. Ich müsste am Abend nicht schauen, was er braucht, ob noch etwas fehlt, ob ich mich kümmern muss, obwohl ich eigentlich müde bin. Ich würde an diesem einen Tag nichts Besonderes machen. Vielleicht fernsehen und mich endlich ausruhen. Vor allem aber würde ich machen, was ich will. Für mich wäre das ein Luxus. Es ginge auch ohne Männer.
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