Liebe Leserinnen und Leser!

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Illustration:
Blagovesta Bakardjieva
DATUM Ausgabe April 2026

In den vergangenen Monaten fiel in der DATUM-Redaktion sehr oft ein Name: Karin Kneissl. Österreichs frühere Außenministerin, die 2017 auf einem Ticket der FPÖ in die Regierung einzog, lebt seit 2023 in Russland. Sie leitet dort ein eigenes Institut für Geopolitik, steht auf der Payroll mehrerer Staatssender und wurde von Wladimir Putin persönlich zur Botschafterin für den Amurtiger ernannt. Es ist eine erstaunliche Wandlung, die Kneissl vollzogen hat: Die Ex-Ministerin ist heute eine Propagandistin des Kreml. 

Wie ist das passiert? Wurde die frühere Außenministerin angeworben? Und wer ermöglicht ihr dieses neue Leben voller Privilegien?

Die ehemalige DATUM-Chefredakteurin Elisalex Henckel ist diesen ­Fragen gemeinsam mit unseren Reportern Paul Koren und Thomas Winkelmüller in einer monatelangen Recherche nachgegangen. Unser Team ist dabei auf bemerkenswerte Antworten gestoßen – auch Karin Kneissls Zwergponys Sumsum und Daphne spielen darin keine unwesentliche Rolle. Aber lesen Sie selbst! Und am besten hören Sie auch gleich rein: Die ausführliche ­Recherche gibt es im DATUM-Podcast ›Kniefall – Die Radikalisierung der ­Karin Kneissl‹ überall zu hören, wo es Podcasts gibt. 

In unserem Schwerpunkt widmen wir uns diesmal einer Schlüsselkompetenz der Gegenwart – der Resilienz. Wir brauchen sie, um Krisen auszuhalten und Rückschläge zu verarbeiten. Doch was, wenn diese Fähigkeit zur moralischen Erwartung wird? Mit dieser Frage beschäftigt sich unsere ­Autorin und DATUM-Textchefin Saskia Jungnikl-Gossy. Wie Resilienz im ­Alltag aussehen kann, erzählt Edith Meinhart: Sie hat eine Wiener Schul­direktorin begleitet, die im Burnout landete und sich mühsam wieder ins Leben zurückgekämpft hat. 

Eine Recherche möchte ich Ihnen diesmal besonders ans Herz legen – auch wenn sie schwer verdaulich ist: Das Internet wird von Bildern und ­Videos, die Kindesmissbrauch zeigen, geflutet. In der Abteilung im Bundeskriminalamt (BKA), die für die Aufklärung dieser Fälle zuständig ist, ­landen jedes Jahr mehr Hinweise. Wie unsere Autorin Sandra Gloning recherchiert hat, langten allein im Vorjahr mehr als 20.000 Verdachtsfälle wegen ­Kindesmissbrauch bei den Ermittlern im BKA ein, die allerdings nur einen Bruchteil davon verfolgen können, weil es schlicht an Personal fehlt. Ein Großteil der Fälle bleibt unbearbeitet liegen – ein Missstand, den das Innenministerium lieber nicht kommuniziert wissen will. Den zuständigen ­Ermittlern wurde ein Sprechverbot erteilt. Umso wichtiger ist es, darüber zu berichten. 

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre!

Ihre Christina Pausackl

christina.pausackl@datum.at

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