Der Schein trügt
Gold boomt. Fragwürdige Geschäfte damit ebenfalls. Was ein steirischer Kriminalfall über unsere Beziehung zum Edelmetall verrät.
Georg Wegscheider* will ein Haus bauen. Es ist Ende 2022, und der Linzer Maschinenbauer sucht nach einem geeigneten Grundstück für sich, seine Partnerin und die drei Kinder. Nur findet er keines. Deshalb möchte Wegscheider, damals Anfang 30, das dafür eingeplante Geld gewinnbringend, aber sicher investieren. Nur wo?
Im selben Zeitraum fährt Wegscheider mit ein paar Freunden zu einem Fußballmatch nach Graz. Auf der Heimfahrt nach Linz macht ihm einer seiner Freunde ein Angebot: Er könnte doch in Gold investieren – so erzählt es Wegscheider heute.
Der Freund von ihm wirbt zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit anderen Personen für die Plattform ›Aurum Partners‹. Das Motto? Das wahre Geld ist Gold. Und das Versprechen: maximale Gewinne und minimale Risiken für alle, die bei Aurum investieren. ›Und ich habe mir damals gedacht‹, sagt Wegscheider: ›Gold, das ist ein sicherer Hafen.‹
Ganz unbegründet war dieser Eindruck nicht. Der Goldpreis ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Vor zwei Jahrzehnten lag die Feinunze noch bei rund 500 US-Dollar – mittlerweile hat sich ihr Wert verneunfacht. Krisen und geopolitische Konflikte treiben die Nachfrage nach Gold oft zusätzlich an. Diese Entwicklung nährt die Erzählung vom Edelmetall als krisensicherem Rohstoff und macht Angebote attraktiv, die versprechen, an dem Boom mitzuverdienen.
Wörter: 2647
Lesezeit: ~ 14 Minuten
Diesen Artikel können Sie um € 3,50 komplett lesen
Wenn Sie bereits Printabonnentin oder Printabonnent unseres Magazins sind, können wir Ihnen gerne ein PDF dieses Artikels senden. Einfach ein kurzes Mail an office@datum.at schicken.