Heißes Pflaster

Die Grazer Stadtregierung trat mit dem Anspruch an, die Stadt auf die Klimakrise vorzubereiten. Doch zwischen Hitzesommern, Verkehr und politischen Konflikten zeigt sich, wie schwer der Umbau tatsächlich ist.

DATUM Ausgabe Juni 2026

Im Sekundentakt rauschen die Autos vorbei, selbst Mitte Mai staut sich am Grazer Griesplatz die Hitze. Eigentlich sollte dieser Ort der soziale Mittelpunkt des Stadtbezirks sein. Tatsächlich ist er heute eher Straße als Platz, im südlichen Teil reihen sich Regionalbushaltestellen aneinander und mittendurch führt eine der Hauptverkehrsachsen von Graz. ›Es ist eine gute Entscheidung, dass der Griesplatz nun umgestaltet wird‹, sagt die Grazer Stadtplanerin Sanela Pansinger, die auf einer Verkehrsinsel mitten am Platz steht.

Am Griesplatz zeigt sich, dass die Folgen der Klimakrise oft jene am stärksten treffen, die sich am wenigsten davor schützen können. In dem ehemaligen Arbeiterbezirk Gries südlich der Mur hat heute rund jeder zweite Bewohner Migrationshintergrund. In der Stadtplanung wurde die Gegend lange Zeit vernachlässigt. Es gibt wenige Grünflächen oder öffentliche Räume zum Verweilen. Doch das soll sich nun ändern.

Gerade ist der Wettbewerb für die Umgestaltung des Griesplatzes zu Ende gegangen. Die Entwürfe versprechen weniger Autoverkehr, breitere Gehsteige und einen Marktplatz als Treffpunkt. Langfristig soll eine neue Straßenbahnlinie über den Platz fahren. Die Stadtregierung will aus ›der großen Asphaltfläche‹ einen ›klimaangepassten, sozialen Stadtraum‹ machen. Es ist nur eines von vielen Projekten, die sich die Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ vorgenommen hat.

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