Ein Manager fürs Klima
Lange standen junge Frauen an der Spitze der Klimabewegung. Nun könnte der ehemalige Manager und Autoimporteur Stefan Holly ihr neues Gesicht werden. Was sagt das über die Bewegung aus?
Die Menschen haben die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, die Transparente sind feucht vom Regen. Am 26. September des Vorjahres sieht die Klimabewegung so niedergeschlagen und mutlos aus, wie sich ihre Aktivistinnen und Aktivisten fühlen müssen. Am Tag zuvor hatte die Regierung beschlossen, den Lobautunnel in Wien doch zu bauen, jenes Straßenbauprojekt, gegen das die Bewegung jahrelang protestiert hatte. Vor dem Verkehrsministerium stehen an diesem Nachmittag rund zweihundert Menschen und halten Plakate in die Höhe. Die mahnenden Parolen, die sie rufen, klingen ernst, aber auch routiniert. Kaum einer der vorbeigehenden Passanten bleibt stehen.
Doch dann betritt ein Mann die Bühne, der dem verregneten Protest für einen Moment eine Energie verleiht, die Österreichs Klimabewegung zuletzt kaum noch ausgestrahlt hat. Ganz dicht presst er den Mund ans Mikrofon und brüllt: ›Wir werden nicht aufhören zu kämpfen!‹ Den ›Wutredner‹ wird ihn die deutsche Zeitung Die Zeit nach dem Auftritt nennen.
Der Mann heißt Stefan Holly. Heute, rund acht Monate später, wird er als neues Gesicht der heimischen Klimabewegung gehandelt. Dabei passt er auf den ersten Blick so gar nicht in jenes Bild, das Fridays for Future und Co. lange geprägt hat: Greta Thunberg, Luisa Neubauer, Lena Schilling – junge Frauen, die Erwachsenen erklärten, dass ihre Zukunft verspielt werde.
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