Ausgebrannt

Seit der Auflösung der ›Letzten Generation‹ ist die Klimabewegung auf Sinnsuche. Manche Aktivisten sind im Burnout, andere kämpfen mit juristischen Problemen oder ziehen sich ganz ins Private zurück. Ist die Rettung der Welt abgesagt?

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Fotografie:
Gianmaria Gava
DATUM Ausgabe Mai 2025

Von dem Asphalt vor dem Westbahnhof, auf dem vor knapp drei Jahren erstmals Hände klebten, sind es nur wenige Häuserblocks bis zu Harald F.s Keller. Die schwarz-gelben Banner, die die Aktivisten der Letzten Generation damals den wütenden Autofahrern entgegenstreckten, liegen jetzt zusammengerollt auf seiner Couch. Der 62-jährige Deutschlehrer, der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will, hat selbst öfters als Mitglied der Letzten Generation den Verkehr blockiert, um gegen die Klimapolitik der Regierung zu protestieren. Anfang August 2024 wurde Harald F. dann aber unverhofft vom Aktivisten zum Archivar. Die Letzte Generation Österreich löste sich auf. Und F. begann zu sammeln: Anstecker, Sticker, meterlange Plakate. Er will die Artefakte ins Wiener Stadt- und Landesarchiv bringen, denn es ›sollen auch die Kinder und Kindeskinder einmal sehen, dass es diese Letzte Generation gab, die zumindest versucht hat, etwas zu ändern‹, sagt Harald F. Nachsatz: ›Nur hat sie leider versagt.‹ In der Erklärung zum Ende ihrer Bewegung schreiben die Aktivisten: ›Wir machen Platz, damit Neues entstehen kann.‹

Die Letzte Generation geht aber nicht ohne einen letzten Akt des Protests. Am Flughafen Wien-Schwechat verschütten sie im Juli 2024 Farbe, stören einen Flug nach Rom und versuchen zwei Terminals zu blockieren – ohne Erfolg. Auch Harald F. ist dabei, er hält eine Rede, aber anders als sonst filmt ihn niemand. Im Vergleich zu den medienwirksamen Protesten aus der Hochphase gibt es kaum Resonanz, trotz großer Ankündigung im Vorfeld. Die Letzte Generation hinterlässt ein Vakuum in der öffentlichen Wahrnehmung der Klimakrise. Was bleibt? Eine Bewegung fürs Museum? Und wie geht es nun weiter mit der Rettung der Welt?

Vieles von den Überbleibseln hat Harald F. bereits in seinem Keller zusammengetragen. Ein zentrales zukünftiges Ausstellungsstück fehlt ihm allerdings noch: eine orange Warnweste. Eine solche hängt auf einem Kleiderbügel in Mina Canavals Garderobe. An Protest denkt das ehemalige Kernteammitglied aber nur mehr aus Nostalgiegründen. Außerdem ist sie wie viele andere aus der Letzten Generation überzeugt, dass der Klimakollaps nicht mehr aufzuhalten ist: ›Faktenwidrig zu hoffen, ist nicht mein Ding.‹ 2024 hat wieder einmal den Rekord für das heißeste Jahr der Messgeschichte gebrochen, erstmals wurde auch die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Klimaabkommens überschritten. Die direkten Auswirkungen der Klimakrise sind als Hochwasser oder Hitzewellen auch in Österreich schon spürbar. ›Ich habe getan, was ich konnte‹, sagt Canaval, ›Ich habe meine Schuldigkeit erledigt.‹

Heute ist die 28-Jährige gewählte Gemeindepolitikerin bei den Grünen in ihrer Heimat Vorarlberg, schreibt ein Buch über ihre Zeit im zivilen Widerstand und studiert Rechtswissenschaften. Was sich nach einem normalen Lebensentwurf anhört, wird von Canavals Perspektive auf ihre eigene Zukunft in ein anderes Licht gerückt. Auch, wenn sie hofft, dass die Menschheit noch beginnt, die Auswirkungen der Klimakrise zumindest einzudämmen: Für den Fall der Fälle hat sich­ ­Canaval einen ›Exit-Plan‹ zurechtgelegt: Wenn sie einmal alt ist und die klimatische Situation unerträglich, will sie sich das Leben nehmen, anstatt mit Menschen um Nahrungsmittel und Wasser zu streiten.

Fast ein Jahr vor Ende der Proteste sah für sie alles noch ganz anders aus. Da war Mina Canaval noch eine der Hoffnungsvollen. Obwohl die geplanten Aktionen nicht mehr denselben Zulauf wie früher fanden, Proteste abgesagt oder verkleinert werden mussten. Immerhin gab es laut Canaval noch ein Medienecho. Dieser November 2023 war wohl der bedeutendste Zeitpunkt in der Geschichte der Letzten Generation, denn was bisher niemand wusste: Aus der Sicht führender Aktivisten stand die Bewegung damals schon vor dem Aus.

Die Aktionsform der LG war nie auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Zu viel Arbeit belastete zu wenige Menschen, anders wäre solch intensiver und effizienter Protest auch nicht möglich gewesen, meinen ehemalige Mitglieder des Kernteams. ›Unser ziviler Widerstand sollte nur der Funke sein, der die große gesellschaftliche Veränderung entfacht‹, sagt Canaval. Viele Aktivisten sind dabei verbrannt. Sie haben Burnout-ähnliche Symptome, sind arbeitssuchend oder wieder in ihr vorheriges Umfeld zurückgekehrt.

Die Führungsriege übernahm durch die Auflösung der Bewegung Verantwortung für die anderen Mitglieder, die für ihren Protest ja regelmäßig mit Strafen belegt wurden. Wenn es keine Aussicht auf Erfolg mehr gibt, sei Letzteres irgendwann nicht mehr vertretbar, meint Canaval. Doch wann genau dieser Zeitpunkt gekommen war, darauf konnte man sich im Kernteam nicht einigen. Deshalb gab es im November 2023 mehrere Krisentreffen der führenden LG-Aktivisten. Ausgerechnet ihre ›prophetische Führungsfigur‹ – wie ein Gründungsmitglied Martha Krumpeck bezeichnete – wollte die Kampagne beenden.

›Die Klimabewegung ist tot‹, sagt Krumpeck heute. Die ehemalige Frontfrau der Letzten Generation sitzt Anfang April im ›das café‹ im siebten Bezirk. Hier haben sich die Aktivisten früher öfters für Nachbesprechungen ihrer Aktionen getroffen. Nachdem sie damals von Mina Canaval und anderen im Kernteam überstimmt wurde, ist Krumpeck aus der Bewegung ausgestiegen.

Was allerdings nicht bedeutet, dass die Mittdreißigerin sich nicht mehr mit dem Klima auseinandersetzt. Ihr Gedächtnis wirkt wie eine Festplatte, auf der das ganze systemische Versagen der Menschheit in dieser Frage abgespeichert ist, stets ist sie bereit, die Zusammenhänge ausführlich auszubreiten, passende Fakten und Studien hat sie ebenfalls parat. Dennoch hat Krumpeck sich aus dem Aktivismus weitestgehend zurückgezogen.

›Jetzt ist es Zeit, mich auf mich selbst und die Menschen, die mir etwas bedeuten, zu konzentrieren‹, sagt Krumpeck. Aktuell hat sie eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Kochen. ›Die Leute mögen anscheinend, was ich aus dem Ofen zaubere‹, sagt die ehemalige Galionsfigur einer der radikalsten Klimabewegungen im deutschsprachigen Raum. Für ihr neues Hobby fehlt in der viel genutzten Küche einzig ein Geschirrspüler. ›Das wurmt mich sehr, aber ich darf keinen haben‹, erklärt Krumpeck. ›Er würde mir wegen diverser Geldstrafen gepfändet.‹ 

Dass die Klimabewegung tot sei, bei dieser Diagnose würden ihr wohl viele andere aus der Szene widersprechen. Manuel Grebenjak zum Beispiel. Er war bei ›System Change not Climate Change‹, berät mit der Organisation ›Radius‹ soziale Bewegungen bei der Strategieentwicklung und hat das Buch ›Kipppunkte‹ herausgegeben, das sich mit der Neuerfindung der Klimabewegung beschäftigt. ›Oft ist das Gefühl: Die Fridays sind kaum mehr sichtbar, die Letzte Generation hat sich aufgelöst, also ist die Klimabewegung verschwunden‹, sagt Grebenjak. ›Das ist ganz und gar nicht so.‹ Es gebe ein ganzes Ökosystem an verschiedenen Organisationen, mit größeren Ressourcen, als die meisten denken würden.

Ihren kurzen intensiven Sommer habe die Klimabewegung 2019 mit den Massendemonstrationen der Fridays For Future gehabt, meint Grebenjak. Mit der Pandemie begann dann der Herbst. Einerseits gingen die Aktivitäten zurück, andererseits markiere das auch die Erntezeit, was sich etwa mit der Verabschiedung des EU-Green-Deals gezeigt habe. Schon die letzten zwei bis drei Jahre stecke die Bewegung im sprichwörtlichen Winter, auch wenn sich der Planet weiter erhitzt. ›Die Letzte Generation habe ich auch – aber nicht nur – als Ausdruck einer Winterdepression verstanden‹, sagt Grebenjak. Während die LG die Hochphase ihrer Aktivitäten erlebte, befand sich der Rest der Bewegung also in einem komplett anderen Abschnitt. Auch deshalb habe es auf beiden Seiten Reserviertheit gegeben, man habe sich nicht ganz über den Weg getraut.

Um die Klimabewegung näher zusammenzubringen, hat Grebenjaks Organisation ›Radius‹ Ende Februar eine Strategiekonferenz organisiert. Es gab Workshops, Austausch, Communitybuilding. Auch das Ende der Letzten Generation hat diesen ›sowieso schon längst überfälligen‹ Selbsterneuerungsprozess angestoßen, hört man von Teilnehmenden. Für die Zukunft kristallisieren sich gerade mehrere Trends in der Szene heraus. Oder, wie es Grebenjak sagen würde: Es wachsen erste Schneeglöckchen im neuen Frühling.

Eines dieser Gewächse sieht so aus: Eine Gruppe junger Leute trifft sich um Mitternacht im Villenviertel von Döbling, in Hernals oder der Leopoldstadt. Dann teilen sie sich auf. In Zweier-Teams nehmen sie sich die Autos am Straßenrand vor. Die eine Person steht Schmiere, die andere kniet sich hin, schraubt bei einem Reifen das Ventil auf, klemmt eine Linse hinein und schraubt die Kappe wieder zu. Vermummt, damit die Kameras in den neueren Fahrzeugen ihre Gesichter nicht aufnehmen. Zuletzt legen sie noch einen Zettel unter die Scheibenwischer. ›Ihr Spritfresser ist tödlich‹, steht darauf. Während dem Reifen bis zum Morgengrauen langsam die Luft ausgeht, machen die Klimaaktivistinnen und -aktivisten bereits den nächsten SUV fahruntauglich.

Die ›Tyre Extinguishers‹ sind eine dezentral organisierte internationale Klimagruppe, die sich der Sabotage als Protestform verschrieben hat. Mit dem ›Luftnotkollektiv‹ gibt es seit letztem August auch einen festen Ableger in ­Österreich – gegründet auffällig knapp nach der Auflösung der Letzten Generation. Auch, wenn es vor 2024 schon Reifenauslass-Aktionen in und um Wien gab: so häufig und strukturiert wie die des ›Luftnotkollektivs‹ waren sie nie. Laut Angaben der Aktivisten selbst sowie Medienberichten liegt die Zahl der bisher betroffenen SUVs wohl zwischen hundert und 200. Eine offizielle Statistik führt die Polizei nicht, sehr wohl aber Ermittlungen. Seit einem halben Jahr versucht das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE), die Aktivistinnen und Aktivisten zu finden. DATUM hat mit einer von ihnen persönlich gesprochen.

Hannah* ist Studentin bei Tag und Tyre Extinguisher bei Nacht. Zusammen mit einer Handvoll Leute, die über die Wirkungslosigkeit der bisherigen Proteste frustriert waren, bildet sie das ›Luftnotkollektiv‹. Im Gespräch wählt sie jedes ihrer Worte mit Bedacht, sagt nicht mehr, als sie muss, um die Fragen zu beantworten. Sie ist sich bewusst, dass die Polizei nach ihr sucht: ›Als wir gelesen haben, dass das LSE ermittelt, dachten wir: »Wow, jetzt fahren sie die großen Geschütze auf.«‹ Wegen ihres Aktivismus hat sich auch Hannah schon Gedanken für den Fall der Fälle gemacht: Was ist zu tun, wenn es bei ihr eine Hausdurchsuchung gibt? Was bedeutet es für den Rest der Gruppe, wenn einer oder eine von ihnen verhaftet wird? ›Ich habe das immer im Hinterkopf‹, sagt die Aktivistin, ›dass mich jederzeit jemand verfolgen könnte‹.

Dass sie die aktuellen SUV-Fahrer mit diesen Protesten nicht zum Umstieg auf ein kleineres Fahrzeug bewegen wird, das ist Hannah klar – aber auch nicht ihr Ziel. Sie will es so unattraktiv wie möglich machen, einen SUV zu besitzen und davon abschrecken, sich einen anzuschaffen. SUVs haben im letzten Jahr fast die Hälfte der Neuzulassungen in Österreich ausgemacht, der Großteil davon parkt in Wien. Hannah findet aber, Sachbeschädigung sollte nicht bei großen Autos Halt machen, sondern auch etwa Pipelines ins Visier nehmen. Sie selbst würde das Risiko allerdings aktuell nicht eingehen.

Die Zahl der Klimaaktivisten, die Sabotage und Sachbeschädigung betreiben, ist vergleichsweise klein. Je illegaler etwas ist, desto weniger Menschen lassen sich dafür mobilisieren. Szenekenner Manuel Grebenjak persönlich sieht Sabotage nicht als den richtigen Weg für die Klimabewegung, langfristig will er es aber auch nicht ausschließen. Die Unterstützung und das Verständnis für Gruppen wie das Luftnotkollektiv ist bei anderen Aktivisten jedenfalls groß. Wie wenig radikal die Bewegung sei, sehe man daran, dass es bisher keine ernsthaften Sabotageakte gegeben habe, obwohl unser aller Überleben auf dem Spiel stehe, sagt ein Sprecher von Extinction Rebellion.

›Es ist durchaus eine normale Entwicklung, dass jetzt die Luft draußen ist‹, sagt Simon Teune, Forscher am deutschen Institut für Protest- und Bewegungsforschung. Phasen der Flaute seien auch bei historischen Bewegungen zu beobachten, nur anders als etwa bei der Frauenrechtsbewegung könnten die Klimaaktivisten nicht auf schleichende Veränderung über längere Zeit setzen. ›Die Aktivisten wissen, je mehr Zeit wir uns lassen, desto stärker spitzt sich die Klimakrise zu, desto tödlicher wird sie für viele Menschen‹, sagt der Soziologe. ›Das ist natürlich ein enormer Druck.‹

Auch der Handlungsspielraum des Klimaaktivismus wird immer kleiner. Teune ist Mitautor der Anfang 2025 erschienenen ›Green Legal Spaces‹-Studie. Diese ergab, dass die öffentliche Wahrnehmung von Klimaprotesten inzwischen vor allem vom Thema Sicherheit geprägt ist. Gegen Mitglieder der österreichischen Letzten Generation gibt es Ermittlungen wegen ›Bildung einer kriminellen Vereinigung‹, gegen die Schwesterorganisation in Deutschland bereits eine Anklage. Auch einzelne Aktivisten werden juristisch noch immer belangt.

Über die deutsche Aktivistin Anja Windl wurde erst kürzlich ein zweijähriges Aufenthaltsverbot in Österreich verhängt, wegen ihrer Proteste mit der LG. Ex-Aktivistin Mina Canaval will sich seit Mitte April nicht mehr öffentlich äußern und an keinen Demonstrationen mehr teilnehmen. Aus Angst vor weiteren Anzeigen des Vorarlberger Verfassungsschutzes, die auch gut ein halbes Jahr nach dem Ende ihres Aktivismus nicht aufhören würden. Sie fühle sich ›gemobbt‹, sagt die nunmehrige Regionalpolitikerin.

Die gesamte Klimabewegung habe durch die Letzte Generation jedenfalls ein anderes Image bekommen, meint Protestforscher Teune. Dieses Image will Manuel Grebenjak nun bewusst umformen: ›Einige Jahre war die Herangehensweise: Klima ist alles. Jetzt ist es genau umgekehrt: Alles ist Klima.‹ Heute wird Klima mit Themen wie Verteilungsgerechtigkeit, Anti-Rassismus, Feminismus oder Antifaschismus verknüpft. Die Arbeit hinter den Brandmauer-Demonstrationen gegen eine Zusammenarbeit mit der in Teilen rechtsextremen AfD in Deutschland sei beispielsweise maßgeblich von der Klimabewegung geleistet worden, erklärt Simon Teune. Auch das Bündnis ›Wir fahren gemeinsam‹, das die Klimagruppen Fridays for Future, ›System Change not Climate Change‹ und die Gewerkschaft Vida verbindet, ist ein gutes Beispiel. Im Hintergrund geht es um die Mobilitätswende, die Proteste auf der Hauptbühne drehen sich aber um bessere Arbeitsbedingungen für die österreichischen Busfahrer. Die Klimabewegung kämpft ihre Kämpfe nun auf einem kleineren Spielfeld. Die Rettung der Welt hat sich von der mehrspurigen Gürtelstraße vor dem Westbahnhof in ein kleines Grätzlzentrum im 19. Bezirk verlagert.

Alexander, Anita, Erna, Brigitte und Jutta haben allesamt nichts am Hut mit Klimaaktivismus. Letztere war noch am nächsten dran: ›Bis zur Glawischnig hab’ ich Grün gewählt.‹ Und dennoch sind sie Anfang April mit Anliegen wie Vögel- und Artenvielfalt zu schützen oder Lebensmittelverschwendung zu reduzieren ins Grätzlzentrum Frieda gekommen. Der Treffpunkt heute ist Teil einer Pfarre. Während draußen Pfadfinder durch die Gänge laufen, diskutiert die bunt zusammengewürfelte Gruppe in einem Konferenzraum mit Kruzifix, wie es weitergehen soll mit ihrer ›Grünzweig Nachbarschaft‹. Der Großteil der Teilnehmer hat graumelierte Haare, der Leiter des Treffens ist hingegen deutlich jünger: David Sonnenbaum, eines der Gründungsmitglieder der Letzten Generation in Österreich.

Gemeinsam mit Florian Wagner, ebenfalls Ex-LG, hat er die Initiative ›Heimspiel.jetzt‹ ins Leben gerufen. Sie beraten Gemeinschaften, vier bis fünf in Wien, und versuchen die Menschen in die ›Selbstorganisation‹ zu bringen. Die Nachbarn in einem Viertel sollen sich zusammenschließen und von unten abseits der Politik an Lösungen für die Probleme unserer Zeit arbeiten. ›Als Letzte Generation haben wir deutlich gezeigt, dass der Regierung das Thema Klima komplett egal ist‹, sagt Sonnenbaum. Deshalb brauche es eine gewaltfreie Revolution der demokratischen Strukturen. Ausgehend von den Orten, an denen die Menschen verwurzelt sind – daher auch der Name: ›Heimspiel‹.

Sonnenbaum hat für die ›Grünzweig Nachbarschaft‹ ein Manifest geschrieben. Schließlich wohnt er ebenfalls in der Gegend, ist gleichzeitig Leiter und Mitglied. In dem Text, den er vorliest, geht es um Gemeinschaft, den Erhalt der Natur und aktives Zuhören. Sein Schlusssatz: ›Gemeinsam kommen wir auf den grünen Zweig!‹ Die fünf anderen Anwesenden klatschen. •

*Name von der Redaktion geändert

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