Gelegentlich wird man unvorsichtig und informiert sich über Deutschland. Man wird nicht recht schlau daraus.
So hat der dortige Kulturminister neulich in das Juryvotum für den Buchhandlungspreis eingegriffen, weil ihm drei der 118 Erwählten politisch zu weit links schienen. Das ist jedenfalls die Kurzfassung, im Detail ging es etwa um das Haber-Verfahren, das etwas anderes ist als das Haber-Bosch-Verfahren. Verwirrend.
Schauen wir lieber nach Österreich, wo es eine solche Förderung heuer schon zum zehnten Mal gibt: Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und das BMWKMS (das B steht überraschenderweise für ›Bundesministerium‹ und nicht für ›Babler‹) verteilen an 🔴 jährlich fünf Preisträger je 10.000 Euro.
Es wirkt alles ziemlich skandalfrei und das ist doch auch einmal schön. Zwei Marginalien:
1. 🔵 Wien beheimatet fast die Hälfte der Buchhandlungen, bekam bisher aber weniger als ein Drittel der Preise – und da sind die Seestadt und Lainz, beide einschichtig, schon berücksichtigt. Ist das Affirmative Action zugunsten der Provinz oder kann man in Wien weniger gut Bücher verkaufen? Das muss vorerst ein Desiderat der Forschung bleiben!
2. Der einzige burgenländische Preisträger (🟠 Fa. Pokorny, 2022) ist in Oberwart domiziliert. Das ist jene Metropole, in der seit März Herzchirurgie betrieben wird. Ist das Zufall?
Ich denke nicht. •